Samstag, 8. November 2014

Denkmal für Demokratie in Thailand abgerissen

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Bulldozer zerstören ein historisches Monument für Demokratie im Nordosten Thailands, mehrere Monate nach dem die tatsächliche Verfassung nach dem Militärputsch im Mai aufgelöst wurde.


Denkmal für Demokratie Buriram
Ohne Vorabinfo abgerissen, das Denkmal für Demokratie in Buriram.
Viele Einwohner von Buriram wurden am Donnerstag morgen überrascht, als Bulldozer begannen, das vor 80 Jahren errichtete Mahnmal für Demokratie auf der grossen Kreuzung in Stadtmitte dem Erdboden gleich zu machen.

Das Monument wurde in den späten 1930er Jahren als Teil der staatlichen Kampagne für die damals neu gegründete, konstitutionelle Demokratie in Siam, wie Thailand damals hiess, gebaut.


Ähnliche Denkmäler wurden nach der Siamesischen Revolution von 24. Juni 1932 im ganzen Land gebaut. Damals wurde die absolute Monarchie abgeschafft und durch eine parlamentarische Demokratie ersetzt.

Das bekannteste ist dasjenige in Bangkok, ein Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1939 von Generalmajor, welch ein Sinnbild, Phibulsongkhram errichtet. Er wollte die Ratchadamnoen Road zu einem Boulevard ähnlich der Champs-Elysées in Paris umbauen, mit den Monument als Arc de Triomphe Thailands.

Die Geschichte, die in den Skulpturen des Denkmals dargestellt wird, ist eine nicht unerhebliche Entstellung der Wahrheit. Tatsache ist, dass der Putsch von 1932 von einer kleinen Gruppe Offiziere und einigen zivilen Kollaborateuren fast ohne Blutvergießen geplant und ausgeführt wurde, während sich der König zur Erholung an Meer aufhielt. 

Dem Putsch folgte bald die Verkündigung von Thailands erster Verfassung, die jedoch weit entfernt davon war, demokratisch zu sein. Es gab in der Mitte der 1930er Jahre Bestrebungen, mehr Demokratie einzuführen, was von den Militärs verhindert wurde. 

Als das Demokratiedenkmal dann gebaut wurde, war Thailand eine MilitärdiktaturBei genauer Betrachtung fällt auf, dass in der Symbolik des Denkmals die Monarchie, welche im heutigen Leben eine zentrale Rolle spielt, völlig ausgeklammert wurde. 

Dass der Putsch gegen König Prajadhipok, Rama VII, gerichtet war, dem Onkel des gegenwärtigen Königs, und dass dieser es vorzog, ins Exil zu gehen, statt den Verfall seines Landes in die Militärdiktatur zu akzeptieren, kennt in Thailand kaum jemand.

Das Gemeindeamt von Buriram meint lapidar, das Monument hätte zu Staus und vielen Unfällen geführt und werde deshalb entfernt. Anstelle desssen wird eine digitale Ampel errichtet.

Angeblich soll eine Replik vor einer alten Stadthalle aufgebaut werden, doch wurden dafür noch keine konkreten Schritte unternommen.

"Ich bin wirklich traurig, dass das Denkmal weg ist, es hat mich begleitet, seit ich ein Kind war", äussert sich ein Student. "Aber wenn die Beamten denken, dass die Öffentlichkeit davon profitiert, habe ich kein Recht dies zu bestreiten." 

Allerdings gibt es auch Leute die meine, die Behörden hätten die Bevölkerung über die Abrisspläne informieren sollen. 


"Wir nennen es Denkmal für die Demokratie, es ist ein Wahrzeichen unserer Provinz. Das Denkmal symbolisiert den Wechsel von absoluter Macht zur Demokratie", meint ein Passant in der Nähe des nun gestürzten Denkmals.

Seit 1932 hat Thailand 18 Verfassungen gesehen, so viele wie kein anderes Land in der Welt. Die jüngste stammt aus dem 2007, ist seit dem Putsch ausser Kraft und soll nächstes Jahr durch die 19. in 83 Jahren abgelöst werden.

Quelle: Kaosod, Wikipedia

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