Donnerstag, 2. Oktober 2014

Weg mit Reis, ran mit Biokraftstoff - die Regierung reizt mit finanzieller Unterstüzung

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Thailand Reisfeld
Sieht's in Thailand bald nicht mehr so aus? 
Die amtierende Militärregierung hat festgestellt, dass Dürre und niedrige Preise die Reisbauern immer mehr verzweifeln lassen. Trotzdem ist nun Widerstand entstanden, die Landwirte durch finanziellen Anreiz aufzumuntern, statt Reis sogenannte Energy Crops anzubauen.

Reisfelder sind häufig von Wasserknappheit bedroht. Gerade erst gestern forderten Bauern bei einer Kundgebung, dass von einem Damm zur Bewässerung ihrer Felder Wasser abgelassen werden soll.

Der Präsident des Verbandes von Reisbauern im Isaan sagte, es sei ihnen bewusst, ständig von Dürre bedroht zu sein, trotzdem könnten sie dem Plan der Regierung nicht zustimmen.

„Er packt das Problem nicht an seiner Wurzel an. Wenn Trockenheit droht, sollte die Regierung ganz einfach für eine effiziente Bewässerung sorgen.“

Das Department of Agricultural Extension hatte kürzlich damit begonnen, den Plan in Realität umzusetzen. Wer mitmacht, erhält im ersten Jahr nach Umstellung eine Vergütung von 5'000 Baht pro Rai, im Zweiten 3'000 und im Dritten noch 2'000.

Energie Crops sind Pflanzen, die zu tiefen Kosten und mit geringem Unterhalt geerntet und sich in Bioethanol oder andere Kraftstoffe umwandeln lassen. Energiepflanzen werden in der Regel als holzige oder krautige Pflanzen kategorisiert; viele sind Gräser. Durch genetische Veränderung können sehr hohe Erträge zu tiefen Kosten generiert werden. Ausserdem benötigen die Pflanzen wenig Wasser. Dies gilt auch, wenn auch in geringerem Mass, für natürlich gewachsene Sorten. 

Zur Einschätzung: Derzeit machen Reisbauern durchschnittlich noch 500 Baht Gewinn pro Rai Reis. Reisefelder bedecken rund 70 Millionen Rai oder 112'000 Quadratkilometer Thailands – 2.5-Mal die Fläche der Schweiz -

Der Verbandspräsident meinte weiter, der Plan sei nichts als populistisch und würde den Bauern auf lange Sicht nur schaden. „Wir bauen Reis nicht nur an, um ihn zu verkaufen. Er ist auch die Nahrung für unsere Familien.“ Die Anbaufläche schrumpfe zur Zeit in Folge sinkender Nachfrage sowieso.

Starken Druck auf den Preis mache, dass die Regierung immer noch versuche, grosse Mengen Reis aus ihren Lagern zu verkaufen. Ein Umstand, der auf die üble Subventionsgeschichte der Vorgängerregierung Yingluck zurückführt und mit einer riesigen Halde Reis und enormen finanziellen Verlusten endete.

„Sie schulden uns immer noch Geld“, bekräftige einer der Bauern. Einige der Landwirte fordern nun in einer Petition an Premier Prayuth schnellere Zahlung der ausstehenden Beträge.

121 Bauern aus den Provinzen Nakhon Sawan und Phichit warten bereits ein Jahr auf Zahlungen von 20 Mio. Baht. Sie haben gedroht, eine Demonstration zu veranstalten, wenn sie ihr Geld nicht bis zum 15. Oktober erhalten.

Quelle: Nation


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