Sonntag, 26. Oktober 2014

Tak Bai Vorfall - Menschenrechtlerin fordert zum 10. Jahrestag Gerchtigkeit

Keine Kommentare :
Ein Jahrzehnt nach dem Tak Bai Vorfall erneuert die Menschenrechtlerin Angkhana Neelapaijit ihre Forderung nach Massnahmen. Am 25. Oktober 2004 waren 78 von Sicherheitskräften festgenommene Personen nach Protesten auf Militärlastwagen ums Leben gekommen.


Gedenktafel an den Vorfall von Tak Bai, Provinz Narathiwat
Am 10. Jahrestag des Vorfalls hat die Vorsitzende der Justice of Peace Foundation erneut die Behauptungen der Staatsanwaltschaft in Frage gestellt, nachdem diese die Anklage gegen die Sicherheitskräfte aus Mangel an Beweisen fallen liess.

"Es gibt Leute, die auf den Militärlastwagen waren und erklären können, weshalb die Leute starben. Die Todesfälle wären vermeidbar gewesen, wenn die gefesselten Demonstranten sich hätten aufsetzen können und nicht der Länge nach mit dem Gesicht nach unten und aufgeschichtet übereinander auf die Lastwagen gepfercht worden wären."

Sie sagte, Medien und andere Beobachter des Vorfalls wüssten, welche Beamten den Auftrag für den Transport gegeben hatten.

Der Tak Bai Vorfall

Am 25. Oktober 2004 gab es vor der Polizeistation von Tak Bai eine Demonstration von rund 1'500 Menschen gegen die Inhaftierung von 6 Männern. Nach meheren Stunden versuchte die Menge, die Absperrungen zu durchbrechen und in die Station einzudringen. Dei Polizei reagierte mit Tränengas und Wasserwerfern, die Demonstranten anworteten mit Steinen. Darauf schoss die Polizei erst in die Luft, später auf Kopfhöhe über die Menge, tötete dabei 7 Personen.

Fast 1'300 Demonstranten wurden festgenommen. Ihnen wurden befohlen, sich auszuziehen, auf den Bauch zu liegen und die Nähe der Lastwagen zu kriechen, welche sie abtransportieren sollte. Berichte von Journalisten belegen, dass Militär Demonstranten mit Füssen trat und mit Stöchen schlug, auch nachdem sie den Anweisungen auf den Boden zu liegen, folgen leisteten.

Die Gefangenen wurden dann übereinander in die Lastwagen gestapelt und in Inkayut Militärlage in der Provinz Pattani transportiert, Die Fahrt dauert 5 Stunden und als die Lastwagen am Ziel ankamen, waren 78 Menschen durch Ersticken oder Organkollaps gestorben.

Obwohl Opfer und Überlebende einzeln Klage einreichen konnten, hätten alle zurückgezogen, nachdem sie eine Entschädigung erhalten hatten. Unter diesen Umständen sei es schwierig gewesen, Zeugen zur Beweiserhebung zu finden, sagte Angkhana. 

"Aber es gibt keinen Mangel an Beweisen, wie es die Staatsanwaltschaft sagt, Überlebende und Augenzeugen sind bereit, auszusagen, darunter viele Beamte und ein Mitglied des von der Junta installierten National Reform Council."

Sie sagte, das Image Thailands hätte durch das Fehlen einer gründliche Untersuchung des Tak Bai Vorfalls eine Tracht Prügel erhalten. Und erwähnte, dass Thailand gerade erst gestern den angestrebten Sitz im Menschenrechtsrat der Vereinen Nationen für 2015 - 2017 nicht erhielt.

Insgesamt wurden den Familien der Opfer und Überlebenden seit 2007 700 Mio. Baht Entschädigungsgelder ausgezahlt und die Anklagen gegen 58 der Anführer der Proteste fallen gelassen. Die übrigen 1'280 festgenommenen Demonstranten waren nicht angeklagt worden.

Ein Urteil des Provinzgerichtes von Songkhla hatte am 29. Mai 2009 erklärt, die Todesfälle seien während der Festnahme durch die Behörden durch Ersticken eingetreten, beschuldigte aber niemanden. Verwandte der Toten hatten danach eine Anfrage an den Strafgerichtshof gestellt, demnach Ersticken als Todesursache widerrufen werden sollte. 

Schliesslich ging die Anfrage bis zum Obersten Gerichtshof. Er gab am 1. August 2013 bekannt, dass der Strafgerichtshof nicht berechtigt sei, den Widerruf zu bestätigen. Dieses Urteil bedeutet, dass die Angehörigen wieder bei Null anfangen müssen.

Angkhana fordert die Regierung auf, Tak Bai nicht als ein Fall gegen bestimmte Personen anzusehen, sondern als Frage der Gerechtigkeit für die Opfer und die thailändische Gesellschaft an sich.

"Dem Tak Bai Vorfall das notwendige Gewicht zu geben, könnte den bitteren Gefühlen der Menschen über diese Ungerechtigkeit genüge tun."

Wie MCOT berichtet, wurden inzwischen die Sicherheitsmassnahmen in Songkhla zum 10. Jahrestag verstärkt, mehrere Checkpoints zwischen Hat Yai und Sadao auf der Verbindungsstrasse nach Malaysia eingerichtet, Patrouillen sind unterwegs.

Quellen: Nation, Wikipedia

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen