Freitag, 24. Oktober 2014

Für korrigierte Demokratie - Geschichte wird in Thailand neu geschrieben

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Die von Thailands Militärjunta lancierte Bildungsreform will den Schülern das "richtige" Verständnis für Demokratie vermitteln.
Thailands Schüler: keine Details kennen, aber Thainess und Patrotismus entwickeln.
"Ich habe Angst, dass die Kinder wegen der Ereignisse der jüngsten Vergangenheit Demokratie auf eine falsche Art und Weise verstehen", sagt General Suthat, der amtierende Bildungsminister. "Daher möchte ich, dass alle Lehrer und die Schulverwaltungen Demokratie korrekt unterrichten."

Bald nach der Machtergreifung am 22. Mai hatte der Nationale Rat für Frieden und Ordnung NCPO eine Bildungsreform angekündigt mit dem Ziel Patriotismus unter der Thai Jugend zu fördern. 

Schon jetzt konnte man nicht behaupten, dass im Unterricht Zusammenhänge erklärt und eingeordnet werden. Er besteht eine selbstverliebte Grundhaltung über das Wesen und die Herkunft der Thais, die Welt darum ist weit weg. 

Kamal Rodkai, der Generalsekretär des Office of Basic Education OBEC erklärte nun, die überarbeiteten Geschichtsbücher ständen bereit und könnten ab 3. November an den öffentlichen Schulen im ganzen Land verwendet werden.


"Es muss eine drastische Veränderung in der Art und Weise, wie Geschichte gelehrt wird, stattfinden. Der Schwerpunkt soll nicht auf den Details, was passiert ist, sondern auf die Schaffung eines Gefühls für Thainess und Patriotismus gelegt werden."

Im vergangenen Monat hatte sich herausgestellt, dass das Bildungsministerium es versäumt hatte, den ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinatwatra, die prägende Figur der Thai Politik der letzten 20 Jahre, in den neuen Lehrmitteln zu erwähnen. 

Diese Enthüllung beunruhigt viele Beobachter. Sie sehen dies als Versuch der Militärjunta an, die Geschichte umzuschreiben.

Premier und NCPO Chef Prayuth lässt die Schulkinder seit geraumer Zeit täglich vor Schulbeginn seine 12 Werte rezitieren, eine Reihe von Lehren für Dankbarkeit gegenüber den Eltern, Moral und Loyalität zur Königsfamilie.

In den Schulen wird starken Wert auf Disziplin gelegt, deshalb gibt es Regeln über genaue Haarlänge und korrekte Uniform. In der Schule der Tochter meiner Frau gibt es seit Juni sogar einen eigens dafür angestellten "Experten", der täglich kontrolliert, in den Zeugnissen sind die Noten für Disziplin auch bei 18-jährigen noch relevant.

Vielleicht geht es auch nur darum, Erwachsene zu produzieren, die ihren Platz in der Gesellschaft kennen und sich dem System beugen.

Quelle: Khaosod

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