Mittwoch, 15. Oktober 2014

Feldzug für Moral und Anstand - nächstes Ziel Pattaya

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Die Militärjunta Thailands ist auf einem Feldzug für Moral und Ethik. Die Polizei von Pattaya versucht dies durch die Festnahme und Verurteilung von Transsexuellen zu unterstützen.
Pattaya City
Good Guys Go To Heaven, Bad Guys Go To Pattaya. 
Pattaya hat viele andere Probleme. Die Gesetzeshüter der Stadt beklagen sich über viele Banden, die auf Taschendiebstahl spezialisiert sind, billiges Methamphetamin hat sich rasend verbreitet. Prostitution, eigentlich illegal im Land des Lächelns, wird offen angeboten und in Hunderten von Bars und Massagesalons praktiziert.

Jetzt, da Thailand unter der Kontrolle von sittenstrengen Militärmachthabern steht, veranstaltet die Stadt eine Säuberungs-Show der offensichtlicheren Aspekte ihrer Laster behafteten Wirtschaft.

Der Anlauf der Junta für eine moralische Erneuerung des Volks scheint bei vielen Thais gut anzukommen. Bei Meinungsumfragen erhält Prayuth gute Noten.

In Pattaya ist das zumindest für Ladyboys eine schlechte NachrichtDer stellvertretende Polizeichef von Pattaya meint, sie wären das grösste Problem. Sie wären viel schneller bereit, ihre Kunden unter Drogen zu setzen und auszurauben als weibliche Prostituierte. Deshalb müsste die Polizei sie dazu bringen, dies nicht zu tun. Es gehe um den Ruf von allen und es sei schlecht für die Wirtschaft.

Einige Transsexuelle Sex Arbeiterinnen bestreiten das. Sie fühlen sich zu Unrecht gedängelt von einer Gesellschaft, die jetzt ihre lange verschwiegenen Vorurteile zum Ausdruck bringt.

"Wir müssen unseren Lebensunterhalt bestreiten", sagt Ratchaporn Kabkean, eine 23-jährige Transsexuelle, während sie ihr schwarzes Bikini-Top zurecht rückt. Sie erwartet auf der Polizeiwache von Pattaya City eine Geldstrafe für Hermulungern von 100 Baht.

Eine Reihe von Beamten bestätigen hinter vorgehaltener Hand, die Festnahmen seien nur dazu da, dass es aussehen würde, als ob die Stadt dem Programm Prayuths nachkomme, ohne die Wirtschaft zu destabilisieren. 

Weniger gedacht als radikales Eingreifen, mehr in einer Art Experiment zur Ausbalancierung, was genau nötig und möglich sei, um Pattaya weiter wachsen zu lassen und gleichzeitig den moralischen Ansprüchen der Militärmachthaber zu gefallen.

Eine Herausforderung. Es gibt mehr als Eintausend Bars und Massagesalons die mithelfen, jährlich über 3 Milliarden Dollar an Einnahmen zu generieren. Mehr als 9 Millionen Touristen besuchten die Stadt im vergangenen Jahr. Viele von ihnen besuchen Bars mit Namen wie Sugar Baby oder Kitten Club. Nach Anbruch der Dunkelheit ist die Strandpromenade nach wie vor gefüllt mit Prostituierten, die auf Kundenfang gehen.

Der Versuch, das Seebad als familienfreundliches Reiseziel anzupreisen und Touristen mit dickem Geldbeutel anzulocken ist weitgehend gescheitert, trotz Ripley's Believe it or not, Central Shopping und Hard Rock Hotel.

T-Shirts in den Shops am Strassenrand erfassen die Situation: Good Guys Go To Heaven, Bad Guys Go To Pattaya. "Die Dinge sind aus dem Ruder gelaufen", sagt der lokale Regierungsbeamte Sakchai Taenghor. "Als Stadt sind wir sehr unorganisiert. Die Menschen hier neigen dazu, zu tun, was auch immer sie wollen." Die Armee im Rücken helfe beträchtlich aufzuräumen.

Ratchaporn auf der Polizeiwache klagt, dass sie nicht viele Optionen habe. "Ich hatte mich als Ziegen Hirtin versucht, aber das hat nicht geklappt. Hoffentlich wird bald alles wieder normal, sonst muss ich in eine andere Stadt."

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