Mittwoch, 24. September 2014

Reis Industrie in Thailand am Abgrund

Kommentare :
Reis Anbau Thailand
Lohnt das noch? Reisanbau bei Ban Krut. 
Thailand wird in den nächsten 10 Jahren 87.5 Mia. Baht an Wirtschaftskraft verlieren, wenn nicht ernsthafte Massnahmen zur Entwicklung der Landwirtschaft getroffen werden, stellt eine Studie der Universität der Thailändischen Handelskammer fest.

Sie zeigt auf, dass sich die Reis Industrie in den letzten 10 Jahren nicht weiter entwickelt hat. Während die Produktionskosten stark stiegen, sank das Einkommen der Bauern trotz verschiedener Subventionen.

Die Reis Industrie ist stark gefährdet, noch mehr Marktanteile und Wettbewerbsfähigkeit im globalen Handel zu verlieren, insbesondere auch in den ASEAN Märkten. Die Bauern haben unter der nicht nachhaltigen Politik der letzten Jahre gelitten. Es gab keine langfristig angesetzten Hebel, Wachstum und Handel zu fördern, Produktivität zu steigern.


Die durchschnittlichen Produktionskosten für Reis haben sich pro Tonne von 4'835 Baht 2004 auf 10'865 Baht mehr als verdoppelt. Obwohl auch der Verkaufspreis sich erhöhte, ist der Nettogewinn der Bauern massiv zurückgegangen. 2004 lag der Gewinn bei 1'906 Baht, letztes Jahr nur noch 502 Baht pro Tonne.

Am Ertrag hat sich wenig verändert. Vor 10 Jahren konnten pro Rai in der Haupternte 422 Kilogramm geerntet werden, 2013 waren es 457 Kilogramm. Bei der 2. Ernte sank er von 680 auf 674 Kilogramm. Nur wenig mehr als die Hälfte in Vietnam. Dort wird ein Ertrag von 1'200 Kilogramm erzielt.

Vorgeschlagen wird, das die Militär Junta einen langfristigen, nachhaltigen Plan für Reisproduktion und Marketing entwickeln soll. Unterstützt werden könnte zusätzlich mit einer Subvention von um 2-3'000 Baht pro Rai - damit die Bauern ihre Felder weiter bewirtschaften und nicht alles Land in die Hände von Grossgrundbesitzern fällt. 

Der Zuschuss könnte in Form von Gutscheinen zum Kauf von Dünger, Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten sein. Wie dies auch in Vietnam erfolgreich angewandt wird.

Weltweit gesehen ist China mit grossem Abstand die Nummer 1 in der Produktion von Reis, gefolgt von Indien, wieder mit grossem Abstand Indonesien und Vietnam. Thailand liegt an 5. Stelle, danach folgen Bangladesch und Myanmar. Kambodscha ist auf Platz 12, Laos auf Rang 20.

Regierung und private Unternehmen müssen die Wettbewerbsfähigkeit im Export verstärken und Entwicklung wie Vermarktung des Reisanbaus koordinieren. Bauern, Müller und Exporteuere sollen involviert werden. Thailand sollte nur ein Marketing Team für den Export haben, die Mittel müssen gebündelt werden. 


Langfristig muss, weg von der Chemie, auf organische Produktion und Reis Sorten mit hoher Wertschöpfung gesetzt werden.

Die Studie prognostiziert für Thailand 2022 gegenüber letztem Jahr 87.5 Mia. Baht weniger Einnahmen, wenn die Probleme nicht ernsthaft angegangen werden. Der Anteil am Weltmarkt fiel letztes Jahr um 10% gegenüber dem Vorjahr.

In Asien würde sich der Marktanteil von 1.3 auf 0.3 Prozent verringern. Auch, weil andere Exportnationen, vor allem Vietnam, aber auch Kambodscha und Myanmar, eine noch bedeutendere Rolle spielen werden und in den beiden letzt genannten unglaubliches Potential steckt.

Quelle: Nation

Kommentare :

  1. Nana..................... ganz so einfach ist das alles nicht. Ich habe selber ( meine Frau ) Reisland in Thailand nähe Bangkok am Wasserkanal. Dort liegt der Ertrag bei ca. 1 Tonne pro Rai in der Haupternte. Die 1.2 Tonnen in Vietnam sind auch dort nur auf den erstklassigen Flächen zu erzielen. Solche guten Flächen gibt's dort aber recht viele, denn das Regime in Vietnam enteignete viele Reisbauern nach dem Sieg über den Süden und legte einiges davon auch zu grossen Betrieben zusammen. Heute ist das etwas was der rationellen Produktion durchaus entgegenkommt. Trotzdem sind Erträge die über 1.2 Tonnen pro Rai, also 1600 Quadratmeter Land, gehen selten und in Zukunft wohl nur mit neuen Sorten zu erzielen.
    Es fragt sich aber ob es Sinnvoll ist, wenn die hunderten von Reissorten, die in den klein-parzelligen Betrieben in Thailand heute noch angepflanzt werden, durch Industriellere Sorten ersetzt werden. Gerade wer für werthaltigere Landwirtschaft plädiert, sollte sich gut überlegen ob das erstrebenswert ist. Wir in Europa und gerade auch in der Schweiz geben uns heute alle Mühe um alte Sorten zu retten und sie der Nachwelt als Genpool zu erhalten, und in Thailand soll nun das Gegenteil gut sein.....???

    Pro Spezie-Rara ist da ein Stichwort zum ergoogeln.

    Hier in der Schweiz starben Gertreidesorten schon zu hunderten faktisch aus, werden aber mit grossem Aufwand in landwirtschaftlichen Forschungsanstalten wie Reckenholz, in Kühlräumen als Saatgut aufbewahrt. Roggensaatgut hält da bei entsprechender Temperatur usw. soviel ich mich gerade besinnen kann, um die 60 Jahre, muss dann angepflanzt werden und ein Teil davon wird wieder eingelagert.

    Berühmte Sorten wie Witzwiler Roggen gingen beinahe verloren, den letzten den ich sah, das war vor 35 Jahren. Dann kamen Sorten die nur noch kurze Halme machten, Custro und Danko hiessen die vor 30 Jahren dann. Die Felder in denen man zwischen den Halmen verschwand, weil sie 2m hoch wurden, die gibt's nicht mehr............................

    Das nur mal als Gedankenanstoss.

    Man sollte das Thema ganzheitlich betrachten um den besten Weg zu finden. Es kann gut sein, dass es Sinn macht, die thailändischen Reisbauern zu subventionieren und die traditionelle Form des Reisanbaues zu bewahren, die Sortenvielfalt zu erhalten und geringere Erträge in kauf zu nehmen, dafür aber langfristig nicht der Monokultur des Industriell erzeugten "Monsanto ?" Saatgutes Vorschub zu leisten.

    Alte Sorten erbringen kleinere Erträge, sind aber oft resistenter gegen Schädlinge, schlechtes Wetter usw. und verbrauchen oft weniger Düngemittel und Chemie zum heranreifen.

    Das Bienensterben das wir auf der Welt gerade haben, das rührt vermutlich nicht nur von der Varoamilbe her, denn die gabs schon immer, sondern davon das wird nur eine Bienen-Monokultur erzeugten, ....im Bestreben nur noch zahme und fleissige Bienenvölker zu züchten weil man nur den grossen Ertrag vor Augen hatte. Alte, oft aggressive und weniger fleissige Bienensorten wären der Varoamilbe gegenüber weit widerstandsfähiger. Nur wo sind sie geblieben....????

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  2. Sicherlich wäre es gut wenn man in Thailand dem Beispiel der Schweiz folgte indem man landwirtschaftliche Schulen einrichten würde, auf denen die Bauernsöhne eine Ausbildung absolvieren könnten um die Landwirtschaft erfolgreicher praktizieren zu können. Nur aus Unwissenheit Fehler zu machen, das sollte nicht sein.
    In der Schweiz hat das vor 100-130 Jahren zu einem sehr guten Resultat geführt, denn die Schüler profitierten so vom Wissen das zwar schon vorhanden war, aber bis dahin nur wenigen vorbehalten blieb. Ich könnte mir vorstellen das so ein Austausch unter Berufskollegen auch in Thailand die Landwirtschaft "befruchten" würde.

    Thailands Reis gilt auf dem Weltmarkt als sehr gutes und Qualitätvolles Produkt, man sollte aufpassen das nicht nur betriebswirtschaftliche Aspekte zählen, sondern auch die Qualität der zuweilen alten Sorten erhalten wird.

    Zudem wäre es sehr schlecht wenn man nur noch die idealen Anbaugebiete nutzen würde, denn das Bild Thailands wird gerade auch dadurch geprägt, das es Reisanbau eben auch an weniger ertragreichen Standorten betreibt, so wie vor hunderten Jahren auch schon. Stichwort Berbauern.......

    Walter Roth

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  3. Es gibt einige erfolgreiche Projekte, die einen guten Weg aus der Misere aufzeigen, wie das von Helvetas und Coop in Surin. Das Projekt ist in verschiedener Hinsicht innovativ: Beim Anbau von fair gehandeltem Parfümreis werden biologische Anbaumethoden, Wassereffizienz und die Verminderung von Treibhausgasen gefördert. Ausserdem sichert das Projekt den lokalen Kleinbauern ein ausreichendes und langfristiges Einkommen. Die Reisbauern in den von Max Havelaar und Bio Suisse zertifizierten Betrieben sind demokratisch organisiert und erhalten neben einem stabilen Mindestpreis eine Fairtrade-Prämie für Investitionen in gemeinschaftliche Projekte.

    Aber nichts geht ohne Konsumenten. Wenn nur der Preis geil ist, geht nichts. Reis pro Kilo für 1 Franken in der Schweiz ist nichts als Unfug. Gilt natürlich auch für all das billige Früchte & Gemüse aus Italien und Spanien. Ohne all die für einen Schundlohn beschäftigten Afrikaner ginge nichts, noch ohne die Chemiekeule unter den Plastikdächern Alermerias zu erwähnen.

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  4. Nun ja, Fairtrade ist "vielleicht" eine Verbesserung, aber da bin ich skeptisch.
    Solche Projekte erzeugen oft Dinge über die man dann nicht redet weil ja die Ideologie dahinter nicht beschmutzt werden soll.
    Aber es ist so, alles hat Nachteile und die einzig gute Lösung ist immer schwierig zu finden. Natürlich sollte man anfangen auch Reisbauern, als die Büffel aus dem Isaan, zu schulen. Die Schweiz war als Viehexporteur vor über 100 Jahren schon berühmt, trotzdem brachten die Landwirtschaftlichen Schulen sehr viel. Und gerade auch die Frauen der Bauern können sich dort viel an praktischem Wissen aneignen. Das wäre übrigens ein Punkt der mir für Thailand auch ganz wichtig erscheint. Haushaltsführung .................. Geldfragen usw....... aber nicht nur für Männer, die Frauen sind da ebenso wichtig.

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