Dienstag, 19. August 2014

Vom Drogenjäger zum Drogenschmuggler und was dahintersteckt

Grenzverkehr Thailand Myanmar
Grenzverkehr in Mae Sai.
Chiang Rai - Ein ranghoher Polizist der Drogenbehörde wurde mit Crystal Meth und Meth Tabletten im Wert von mehr als 200 Mio. Baht in seinem Wagen erwischt.

Seine Kollegen hatten ihn auf Tipp an einem eigens dafür eingerichteten Checkpoint zwischen Mae Sai und Chiang Rai geschnappt. Der Oberstleutnant hatte die Drogen im Tesco Hypermarket in Mae Sai übernommen.

Am Checkpoint versuchte er sich mit Verweis auf dringende Geschäfte der Kontrolle zu entziehen. Den Beamten war jedoch sein Wagen und die Autonummer von Informanten genannt geworden. Der stellvertretende Kommandant der Chai Prakarn Polizeistation in Chiang Mai hatte sich in seiner steilen Karriere besonders im Kampf gegen Drogen ausgezeichnet.


In einer ersten Aussage zu seiner Tat erwähnte er, als Kurier 6 Mio. Baht zu erhalten. Die habe er gebraucht, da er ausstehende Schulden von 3 Mio. Baht für 2 Häuser und andere Anschaffungen habe und diese Last ihn drücke.

Grosser Drogenfund nur Stunden später


Nur wenig später gelang es der Polizei in Zusammenarbeit mit dem Militär nahe der burmesischen Grenze 340'000 Meth Tabletten, 3kg Crystal Meth, 2kg Rohopium und verschiedene Waffen sicherzustellen.

Dies nachdem erst am 12. August Drogen im Wert von 7.2 Mio. US Doller gefunden wurden.

Die Taskforce entdeckte Drogen und Waffen mitten in einem Kornfeld auf der Strecke zum Doi Takhep im Gemeindebezirk Therd Thai, mitten im echten, nicht touristischen, sogenannten Goldenen Dreieck. Dort wo schon der legendäre Khun Sa in den 70er und 80er Jahren sein mieses Geschäft betrieb. 

Übrigens, an seinem thailändischen Stützpunkt Ban Hin Thek ist in seinem ehemaligen Haus ein kleines Museum eingerichtet worden. Spannender Ausflug durch spektakuläre Landschaft für Leute, die sich im Norden Thailands aufhalten. Einfach nicht nachts rumkurven und mit keinen zweifelhaften Leuten sprechen. 

Myanmar ist nach Afghanistan der zweitgrösste Opiumanbaustaat der Welt. Entlang der Grenze zu Laos und Thailand, wo die Zentralregierung in den letzten Jahren wohl mehr Kontrolle erreichen konnte als zuvor, wird im infrastrukturschwachen Shan Staat Geld nur mit Drogenanbau gemacht.


Konfliktregion Shan Staat


Die Bewohner dieser Region sind ethnisch keine Burmesen sondern gehören neben einigen kleineren ethnischen Gruppen wie den Karen dem Thai Volk an und beanspruchen seit 1947 ihren eigenen Staat oder zumindest Autonomie.

Während der britischen Besetzung von 1887 - 1949 mischten sich die Kolonialherren wenig in die Angelegenheiten der Shan, einer Reihe von einzelnen Fürstentümern, ein.

Bei der Gründung der Union of Burma behielt sich der Shan Staat das Recht vor, nach 10 Jahren aus dem Verbund austreten zu können, wurden jedoch ausmanövriert und im 1962 besetzte die Armee das Gebiet.

Seither gibt es immer wieder heftige Kämpfe, einzelne Gebiete sind sogenannte Free Fire Zones: Das Militär knallt alles ab, was sich bewegt.

Der Drogenanbau wird von Warlords kontrolliert, welche eigene Armeen mit wenigen Hundert bis mehreren Tausend Solaten besitzen.