Montag, 25. August 2014

Premier Prayuth sorgt sich um Schüler - zu viele Hausaufgaben

Schüler am Elterntag in Thailand
Am Elterntag in einer thailändischen Schule.
General Prayuth Chan-Ocha, Führer des Nationalen Rates für Frieden und Ordnung und Premierminister macht sich Sorgen um die Schülerinnen und Schüler Thailands.

In jetzt veröffentlichten Berichten wird geschrieben, dass viele andere Studenten oder sonst geeignete Leute anstellen, um für sie die Hausaufgaben zu machen. Oder sie sich selbst dafür anstellen lassen. 

Schüler, die, oder deren Eltern, dafür nicht das nötige Kleingeld bleiben ohne enormen Willen und Ausdauer für täglich, inklusive Wochenende, wenigstens 3 Stunden Aufgaben auf der Strecke. Wie das Beispiel der Klasse der 18-jährigen Tochter meiner Frau in einer staatlichen Schule in Bangkok zeigt.

Oder noch schlimmer, aber allgegenwärtig. Die nicht so Fleissigen versuchen unter Androhungen, die Hausaufgaben der Fleissigen zu kopieren. Beklagt sich ein Schüler bei den Lehrern, wird ihm gesagt, dass sei doch nicht so schlimm.

Von den 130 Jugendlichen des Jahrgangs der 18-Jährigen bilden 21 Schülerinnen und Schüler die Förderklasse für Begabte. Ein Teil erhält Spezialunterricht in naturwissenschaftlichen Fächern, der Andere in Sprachen.

Viele Eltern beteiligen sich nur am Rande mit der Erziehung ihrer Halbwüchsigen. Häufig sind beide Elternteile voll beruftstätig, um sich einen gewissen Lebensstandard leisten zu können und es bleibt keine Zeit für die Kinder. 

So waren am letzten Elterntag am Sonnntag vor einer Woche nur 8 von 21 Mütter oder Väter der Begabtenklasse vor Ort. Dabei bezahlen sie 5'000 Baht mehr Schulgeld pro Semester für die Spezialkurse. 

Manchmal verhilft Geld zur Begabung, aber nicht nur. Am Ende des letzte Schuljahres gab es noch 2 Klassen für Begabte mit je 20 Jugendlichen. Je eine pro Ausrichtung. Nachdem die Zeugnisleistungen vieler so unterdurchschnittlich war, wurde kräftig ausgemistet.


Unhaltbarer Zustand

Das Hausaufgaben von bezahlten Angestellten gemacht werde sei unhaltbar, meinte Prayuth. Eine grosse Schwachstelle, die das Bildungsministerium unmittelbar angehen und durch Überarbeitung des Bildungssystems idealerweise noch vor Ende des laufenden Schuljahres im März 2015 abzuschliessen habe.

Der Premierminister besteht darauf, das die Lehrpläne dringend angepasst werden, damit die Nachfrage an Arbeitskräften gedeckt wird.

Sein Vorschlag geht in Richtung des Konzeptes von Smart Classrooms. Ursprünglich eine Initiative es Königs, den allgemeinen Lehrplan in Thailand mit IT, Computertechnologie,  zu unterstützen.

Zu wünschen ist, dass im Zuge einer Bildungsreform alle Beteiligten der Erziehung sich wirklich um Thailands Nachwuchs kümmern. Eltern, die nicht nur wie auch immer dafür sorgen, dass ihre Kinder an der Uni landen und dort irgendeinen Abschluss machen. Sondern sich an der Erziehung beteiligen.

Lehrer, die nicht nur ihr Programm abspulen und einfach Hausaufgaben verteilen, wenn's im Unterricht nicht läuft. Sondern aktiv lehren und Interaktion der Schüler fördern und fordern.

Auch wenn's anforderungsreich ist. In Klassen mit 50 Schülern und kleinem Gehalt. Oder nach 10 Stunden Arbeit das Nichtstun ruft. Nichts anderes als Hausaufgaben.

Quelle: NNT