Samstag, 30. August 2014

Bald alkoholfreies Bier? - Neues Gesetz in Thailand schränkt Werbung für Alkohol stark ein

Weniger trinken als Ziel, neues Alkoholgesetz soll helfen.
Strikt werberegulierter Bier Konsum in Thailand.
Chiang Mai - Die Junta unter Premier Prayuth beabsichtigt, harte Massnahmen zu Bewerbung und Verkaufsförderung von Alkohol zu ergreifen. Das Gesundheitsministerium hatte Medien und Hoteliers ins Tarin Hotel in Chiang Mai eingeladen, erläuterte das neue Gesetz und warnte zugleich vor der sofortigen Einführung. 

In Thailand wird von allen asiatischen Staaten am meisten getrunken. Durchschnittlich trank gemäss Center for Alcohol Studies CAS im 2013 jeder 7 Liter reinen Alkohol, umgerechnet 226 Flaschen Bier. Mehr als 30% der Bevölkerung trinkt täglich.

Man sei hier um Verständnis für das neue Alkoholgesetz zu fördern, wurde eingangs erläutert. Rasant steigende Ausgaben für Alkohol in Thailand wie auch die massiv hohe Zahl an Unfällen aufgrund von Trunkenheit am Steuer würden Massnahmen notwendig machen.

Während der Staat durch die Alkoholsteuer 70 Mia. einnimmt, betragen die Kosten 150 Mia. Baht.


Die zusätzlichen Regeln:

  • Alle alkoholischen Produkte müssen einen Warnhinweis tragen.
  • Personen unter 20 dürfen keinen Alkohol kaufen.
  • Preisaktionen in Supermärkten sind verboten.
  • Promotionen wie Happy Hours, kostenloses Eis und Mixer sind verboten.
  • Keine Beer Girls mehr. 
  • In Bars und Restaurants ist Trinken nach Mitternacht nicht mehr erlaubt, auch wenn vor Ausschank Schluss bestellt wurde.
  • Keine Alkohol Logos auf Gläsern, Aschenbechern und anderen Gegenständen.
  • Das Personal darf keine T-Shirts oder andere Kleidung mit Logo von Alkoholbrands tragen.
  • Veranstaltungen wie Weinmessen oder Bierproben sind nicht erlaubt.
  • Alkohol Logos wie auch Bilder, die stellvertretend für eine Marke stehen, beispielsweise der Stern von Heineken, dürfen nicht für Sponsoring, Promotion oder jede andere Art von Werbung eingesetzt werden.
  • Promotionen durch Mundpropaganda ist untersagt, Kellner dürch keine bestimmten Marken von Bier, Wein, etc. empfehlen.
  • Alle in Medien gedruckten Fotos von Gläsern oder Flaschen mit Logos müssen verwischt dargestellt werden.

Alle Beamten werden eingeschworen, die Einhaltung des Gesetzes strikt durchzusetzen.

Aufbauend auf dem bestehenden Alkohol Kontrollgesetz von 2008, welches schon damals mit verschärften Massnahmen die Reduktion des Alkoholkonsums fördern sollte. 

Während einige Punkte beachtet wurden, wurden andere auch und gerade von den Autoritäten missachtet.

Ein neues 70-seitiges Pamphlet wurde verteilt. Das Handbuch soll als Muss gelten für alle, die in Gastronomie, Handel oder Produktion von Alkohol tätig sind.

Damit wird sozusagen sämtlicher Werbung und Promotion der Boden unter den Füssen weggezogen.


Bisher galten schon Folgende, aber bei weitem nicht von allen Beteiligten eingehaltenen Regeln:

  • Alle alkoholischen Produkte müssen einen von der Regierung genehmigten Warnhinweis tragen und die Inhaltsstoffe müssen aufgelistet sein.
  • Auf der Verpackung muss klar und deutlich ein Hinweis vorhanden sein, dass es sich um ein alkoholisches Produkt handelt.
  • Es ist verboten, an religiösen Orten, öffentlichen Räumen der Regierung, in Regierungsgebäuden, Bildungseinrichtungen, an Tankstellen, in öffentlichen Parks und überall sonst, wo es die Regierung bestimmt, Alkohol zu konsumieren. Ausnahmen sind private Gebäude in den erwähnten Einrichtungen.
  • In Supermärkten und anderen Verkaufsstellen darf Alkohol nur von 11-14 und 17-24 Uhr verkauft werden.
  • An religiösen Feiertagen darf kein Alkohol verkauft werden. Ausnahme sind Hotels, die den Tourismus fördern.
  • Kein Alkoholverkauf an offensichtlich betrunkene Personen und Jugendliche unter 20.
  • Kein Alkoholverkauf an Automaten, nicht stationären Lokalen wie mobilen Bars.
  • Keinerlei Aktivitäten wie Verlosungen, Werbegeschenken o.ä. mit alkoholischen Produkten.
  • Keine Fotos und Logos von alkoholischen Produktes jedwelcher Sprache, welche zum Konsum einladen.
  • In Fernsehen, Kino, Video und andern elektronischen Formaten dürfen Fotos, Bilder und Logos nicht mehr als 5% der Gesamtwerbefläche einnehmen. Logos dürfen maximal 5% der Gesamtwerbezeit ausmachen und nicht länger als 2 Sekunden dauern. Werbung für alkoholische Produkte darf nur von 22.00 bis 5.00 gezeigt werden, das Logo darf nur am Ende der Werbung angezeigt werden.
  • In Printmedien darf Alkoholwerbung nicht mehr als 5% der Gesamtwerbefläche einnehmen, zudem darf sie nicht auf Front-, Rückseite und in der Mitte platziert werden.
  • In anderen Medien wie Websites darf das Logo nicht 3% der Werbefläche überschreiten.
  • Anzeigen müssen immer eine der 5 zulässigen Warnungen enthalten: Alkohol kann Krebs verursachen. Alkohol kann die sexuelle Leistungsfähigkeit senken. Alkohol kann zu Lähmungen und Tod führen. Alkohol ist die Ursache von Streit und Kriminalität. Alkohol kann der Famile und Gesellschaft schaden.
  • In allen Bildern und Film zeigenden Medien muss die Warnung ob Text oder Gesprochen 2 Sekunden dauern und klar und deutlich verständlich sein. Als Text sind die Schriftarten Thai Angsana oder New Bold in weiss auf schwarzem Hintergrund vorgeschrieben.

Zur Einhaltung des Gesetzes können Vollzugsbeamte, welche sich immer mit ID Card ausweisen müssen, die Räumlichkeiten und Fahrzeuge von Herstellern, Verkäufern und Importeuren von Alkoholika während Arbeitszeiten besichtigen. Sie dürfen nicht konforme Produkte konfiszieren, Vorladungen ausstellen und Unterlagen einfordern. Personen in Regierungsdienst müssen die Beamten unterstützen.

Die Strafen bei Zuwiderhandlung reichen von 2'500 Baht für mangelnde Unterstützung der Beamten bis 500'000 Baht für illegale Werbung. Je nach dem kann zusätzlich bis 6 Monate Gefängnis gesprochen werden.


Weg mit dem Beer Chang T-Shirt

Und passen Sie selbst als Konsument auf. Wenn Sie zufällig ein T-Shirt mit dem Logo ihres Lieblingsbieres tragen und in der Bar zeitgleich diese Getränk seviert wird, machen Sie sich straffällig.

Und bald wird es auch in Thailand alkoholfreies Bier geben. Bisher scheiterte das ganz banal. Auf die Frage, was sie von Bier ohne Alkohol meine, sagte meine Frau, "For what?".

Falls Sie sonst ein Problem mit Alkohol haben: http://www.thaiantialcohol.com/en/.

Quelle: Chiang Mai City News