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Sonntag, 20. Dezember 2015

Unsere surreale Welt

1 Kommentar :
Jetzt, da die festliche Zeit von Weihnachten und Neujahr vor uns steht ist nicht nur Zeit zu Feiern und vorwärts zu schauen. Auch Zeit zurück zu schauen wo wir waren und wo wir im Moment sind. Während die Zukunft nichts als Vorstellung ist - alle Vorsätze fürs neue Jahr sind möglicherweise nur wahnhaft und falsch - wirklich wahr ist die Vergangenheit. Das Hier und Heute, während wir atmen und versuchen durch den Tag zu kommen. Lassen wir es nicht persönlich werden, weil es viele andere Gelegenheiten gibt über seine Pläne mehr Sport zu treiben, aufhören zu rauchen oder netter mit Mitmenschen zu sein gibt.

"Dreamland" von Prateep Kochabua
Sprechen wir über uns als Gesellschaft, als Nation. Und die Frage ist nicht die, ob es Schauspieler Thrisdee „Por“ Sahawong von Kanal 3 besser geht. Was geschieht gerade jetzt? Was geschah in diesem Land in diesem Jahr?

Für jene, deren Wahl nicht sehen ist, ist es ein Zustand von Normalität, oder sogar Glück. Für andere kann er nur als surreal bezeichnet werden. Es geht nicht um den unglücklichen Fall von „Por“, aber er ist der Ausgangspunkt für eine Diskussion.

Seit über einem Monat liegt er an Dengue Fiber erkrankt im Ramathibodi Krankenhaus. Reporter und Paparazzi kampieren vor dem Spital und alle verschlingen die neuesten Nachrichten über seinen Gesundheitszustand, jede geringfügigste Änderung - gestern war er in der Lage seine Augen zu öffnen, seine Tochter hat heute dies gemacht und weshalb war da heute Nachmittag ein blasser Ausdruck auf dem Gesicht seiner Frau?

All dies ist sehr gut und lobenswert, bis wir einen ähnlichen Event zur Seite stellen. Beschuldigt eine „Korruptionsgrafik“ des Rajabhakti Skandals geteilt zu haben wurde Thanet Anantawong von Militärs aus dem Sirindhorn Krankenhaus geholt, wo es gerade wegen einer Darminfektion operiert werden sollte. Später, in Haft, wurde seine Familie telefonisch vom Militär informiert, dass sich sein Gesundheitszustand verschlechtert habe und sie im Medikamente gebracht hätten. Allerdings wurde es weder seiner Familie noch seinem Anwalt erlaubt ihn zu besuchen.

Obwohl die beiden Vorfälle nicht im Zusammenhang stehen bringen sie uns dazu nachzudenken. Über unsere Gesellschaft und ihr kollektives Gefühl von Sympathie, auf das wir so Stolz sind und das wir schon oft ausgedrückt haben. Noch trauriger ist, dass eine Menge Leute noch nie etwas über Thanet gehört haben und nicht wissen was mit ihm geschehen ist.

Ja, es gab einige wenige Fälle die ebenfalls kaum zu glauben waren, aber in etwas abgeschwächter Form. Wie Premierminister Prayuts Plan, bis 2017 alle ID-Karten mit Beruf und Einkommen zu versehen. Mit der Begründung, dass niemand schüchtern sein solle, weil „wir alle Thais sind“. Aber leider gibt es vergleichsweise mehr Vorfälle mit ernsterem Ton.

Da war die Verhaftung des Anti-Coup Aktivisten Prachathipatai Sueksa an einem Bahnhof in Ban Bong auf der Bahnfahrt zum Rajabhakti Park. Und der britische Botschafter in Thailand, Mark Kent, der die Doppelmoral der Regierung ganz gut in einen Tweet verpackte:

„Ich hatte gehofft, die Erlaubnis an 200 Bürger vor der US-Botschaft zu demonstrieren wäre eine Lockerung des Versammlungsverbots.“ Es war eine Referenz an die Protestaktion vor der US-Botschaft im November.

Das Beste an der Saga der Bahnfahrt zum Rajahbhakti Park war, wie die Mutter des Anführers der Democracy Studies Sirawith Serititwat am Vortag zu einem Gespräch mit dem Militär eingeladen wurde.

Der Prozess für diese „Einladung“ beinhaltete einen Besuch bei ihr zu Hause, Aufnahmen ihrer ID-Karte und Anschauen von Familien Fotos. Schläger hätten nicht mehr Gentlemen-like sein können.

Der aktuellste Fall ist wie der Oberste Gerichtshof den 60-jährigen Pichet Thabutda, Anführer der Chak Thong Rop, welcher den Protest der Rothemden beim Abfackeln des Regierungsgebäudes von Ubon Ratchathani 2010 anführte, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte. Dabei das Urteil des niedrigeren Gerichts von einem Jahr Gefängnis verwarf.

Ich weiss sehr wohl, dass ich kein Jurist bin. Aber der Anstieg der Haftstrafe um 99 Jahre in einem Schritt scheint etwas seltsam.

Ob in Kunst, Film oder Literatur ist Surrealismus für mich die Darstellung des Unwirklichen um über das absolut Reale zu sprechen.

In der Politik Thailands hat es in letzter Zeit nicht wenige solcher Beispiele gegeben. Aber ich denke im Fall unseres Landes geht es beim Gebrauch des Unwirklichen darum, von der Wahrheit abzulenken und sie zu verschleiern. 

Von Kaona Pongpipat in der Bangkok Post

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Von Sklaven in Thailand geschälte Shrimps

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Jeden Morgen um zwei hörten sie das Klopfen an ihrer Türe und die Drohung: Aufstehen oder ihr werdet geschlagen. Für die nächsten 16 Stunden standen Nr. 31 und seine Frau mit schmerzenden Händen in Eiswasser in der Fabrik, deren Eigentum sie waren. Sie rissen Eingeweide, Köpfe und Schwänze von Shrimps für die Märkte in Übersee, einschliesslich Supermärkte und Restaurants überall in den Vereinigten Staaten, Europa und auch Asien.

Die nie endende Versorgung füttert den immer stärker wachsenden Hunger nach Shrimps, wie auch immer sie gefischt und weiterverarbeitet wurden.
Nachdem sie an die Gig Peeling Fabrik verkauft wurden, waren sie der Gnade ihrer Thai Bosse ausgeliefert, in die Falle gegangen mit annähernd 100 anderen Burmesischen Migranten. Kinder arbeiteten mit ihnen. Auch ein Mädchen, dass so klein war, dass es auf einem Stuhl stehen musste um den Schältisch zu erreichen. Einige waren seit Monaten hier, sogar Jahre schon, erhielten fast keinen oder gar keinen Lohn. Immer wurden sie überwacht.

Namen wurden nicht benutzt, sie erhielten von ihren Bossen nur Nummern - Tin Nyo Win war die Nummer 31.

Alles durchdringender Menschenhandel hat dazu beigetragen Thailand in einen der weltweit grössten Produzenten von Shrimps zu wandeln. Trotz wiederholter Zusagen von Unternehmen und Regierung die $7 Milliarden schwere Seafood Exportindustrie zu säubern förderte eine Untersuchung der Associated Press zu Tage, dass Shrimps nach wie vor von modernen Sklaven geschält werden bis sie die USA, Europa und andere Länder Asien erreichen.

Das Problem wird durch Korruption und Komplizenschaft bei Polizei und Behörden angeheizt. Verhaftungen und Verfolgungen sind selten. Durchsuchungen enden damit, dass Migranten ohne korrekte Papiere ins Gefängnis kommen während die Besitzer unbestraft bleiben.

Hunderte von Shrimp-Schäl-Schuppen liegen versteckt vor Einsicht in Wohngebieten oder hinter Mauern ohne Schildern in Samut Sakhon, einer Hafenstadt eine Stunde südwestlich von Bangkok. AP fand eine Fabrik mit Dutzenden von versklavten Arbeitern, entflohene Migranten führten Rechtsaktivisten zu den Baracken von Gig und einer dritten Einrichtung. In den drei Schuppen waren jeweils 50-100  Menschen, viele von ihnen eingeschlossen.

Wie Tin Nyo Win bald selbst herausfand gab es keine einfach Möglichkeit zur Flucht. Eine Frau arbeitete seit 8 Jahren bei Gig. Ein anderer Mann endetet beim Shrimp schälen nachdem es ihm zuvor gelungen war von einer ähnlich brutalen Fabrik zu entkommen.

„Ich war nach einiger Zeit schockiert und ich realisierte, dass es keinen einfachen Weg heraus gab“ sagte der 22-jährige Tin Nyo Win. Er hat ein kindliches Gesicht und seine Zähne sind rot gefärbt vom Kauen von Betel Nüssen.

„Ich sagte meiner Frau, wir stecken in Schwierigkeiten. Wenn es schief läuft werden wir sterben.“

Letzten Monat folgten und filmten Journalisten Lastwagen voller frisch geschälter Shrimps von den Gig Schuppen zu den wichtigsten thailändischen Exportunternehmen und weiter in alle Welt, unter Verwendung von Aufzeichnungen des US Zolls und thailändischen Branchenberichten. Sie zeichneten auch ähnliche Verbindungen einer anderen Fabrik auf, die sechs Monate zuvor durchsucht worden war und interviewten mehr als zwei Dutzend Arbeiter von beiden Fabriken.

Die Berichte des US Zolls zeigen wie die Shrimps in die Versorgungskette der grossen amerikanischen Supermärkte und Einzelhändler wie Wal-Mart, Kroger, Whole Foods, Dollar General und Petto kommen, wie auch in Restaurant-Ketten wie Red Lobster und Olive Garden.

Die Shrimps kamen auch in die Versorgungskette einiger von Amerikas bekanntesten Seafood Marken, einschliesslich Chicken of the Sea und Fancy Feast, welche in Läden von Safeway über Schnucks zu Piggly Wiggly und Albertsons verkauft werden. AP Reporter gingen in Supermarkt von 50 Staaten und fanden Produkte mit Shrimps, die mit Zwangsarbeit befleckt waren.

Europäische und asiatische Import- und Exportaufzeichnungen sind vertraulich, aber alle von AP angefragten thailändischen Unternehmen sagten, dass sie auch nach Europa und Asien liefern.

Alle Unternehmen, die auf Anfrage von AP antworteten, verurteilen die Praktiken die zu diesen Bedingungen führen. Viele sagten, dass sie Untersuchungen einleiten würden, als ihnen mitgeteilt wurde, dass ihre Versorgungskette mit Menschen verbunden ist, die gegen ihren Willen in Schuppen wie der Gig Fabrik festgehalten werden. Die Gig Fabrik liegt hinter einer Mauer an einer stark befahrenen Strasse, zwischen Bahnlinie und einem Fluss.

In der grossen Lagerhalle waren die Toiletten von Kot bedeckt und der faulige Geruch von Abwasser einer offenen Rinne gleich neben dem Arbeitsbereich durchdrang die Luft. Kinder rannten barfuss durch stickige Schlafräume. Ganze Familien arbeiteten Seite an Seite an Reihen von Edelstahlbehältern beladen mit Wannen voller Shrimps.

Tin Nyo Win und seine Frau Mi San wurden als „Büffel“ und „Kuh“ beschimpft, weil sie nicht schnell genug schälten. Immer nur jemand von ihnen durfte nach draussen essen gehen, zur Absicherung, dass sie nicht weglaufen.

Aber Flucht war alles, woran sie denken konnten.

Missbrauch ist normal in Samut Sakhon. Ein Bericht der International Labour Organisation nimmt an, dass in der Stadt 10’000 Kinder im Alter von 13-15 arbeiten. Ein andere UN-Agentur fand heraus, dass gegen 60% aller burmesischen Arbeiter in der Thailands Seafood Industrie Opfer von Zwangsarbeit sind.

Tin Nyo Win und seine Frau kamen im Juli in die Gig Schälfabrik, als sie nach ihrer langen Reise aus Myanmar über die Grenze nach Thailand so dicht in einen Lastwagen gepfercht wurden, dass sie kaum noch atmen konnten. Wie viele Migranten waren sie in ihrer Heimatstadt von einem Vermittler mit der Aussicht auf einen gut bezahlten Job angelockt worden, kamen ohne Visum und Arbeitsgenehmigung.

Nachdem sie an Gig verkauft wurden erfuhr das Paar, dass es seinen kombinierten Wert abarbeiten musste: $830. Das waren unüberwindliche Schulden.

Weil sie illegale Arbeiter waren, bedrohte sie der Eigentümer ständig damit die Polizei zu rufen - um sie in Schach zu halten. Aber auch Migranten mit Papieren sind anfällig auf Zwangsarbeit, weil ihr Chef die Ausweispapiere an sich nimmt und sie deshalb nicht einfach weggehen können.

Gemäss der Definition der amerikanischen Regierung sind Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft Sklaverei.

Im Gig Schuppen hängt der Lohn von der Geschwindigkeit der Finger ab. Tin Nyo Win und seine Frau schälten pro Tag ungefähr 175 Pfund Shrimps und erhielten dafür zusammen $4, weniger als die Hälfte dessen, was ihnen versprochen worden war. Eine thailändische Managerin, welche die Arbeiter anfauchte und ohrfeigte strich die Löhne oft ohne Erklärung zusammen. Weil sie die Handschuhe und Gummistiefel selbst kaufen müssen und nach der Bezahlung der monatlichen „Reinigungsgebühren“ der abfallübersäten Schuppen blieb für sie selbst praktisch nichts mehr übrig.

Arbeiter sagten, dass sie auch arbeiten mussten, wenn sie krank waren. Siebzehn Kinder schälten neben Erwachsenen, weinten manchmal in Ecken, wo die Farbe von den Wänden fliesst und der rutschige Boden von Salzwasser zerfressen wird.

Mittagspause gab es nur 15 Minuten. Die Arbeiter wurden angeschrien, weil sie zu laut miteinander sprachen. Einige sagten, eine Frau sei gestorben, weil sie keine genügende medizinische Versorgung gegen ihr Asthma erhielt. Kinder konnten nicht zur Schule und begannen nur gerade eine Stunde später als ihre Eltern Shrimps zu schälen.

„Wir mussten um 3 Uhr nachts aufstehen und danach ohne Unterbruch arbeiten“, sagte Eae Hpaw, sie ist 16 und ihre Arme sind ein Flickwerk von Narben aus Infektionen und Allergien ausgelöst durch die Shrimps. „Um 7 Uhr abends durften wir mit der Arbeit aufhören. Wir gingen duschen und schlafen. Und dann begann die Arbeit von neuem.“

Nachdem sie eines Nachts von einem Aufseher verprügelt wurden, fünf Monate nach Beginn ihrer Gefangenschaft, konnten Tin Nyo Win und seine Frau die ständigen Bedrohungen nicht länger aushalten.

Am nächsten Morgen sahen sie eine Gelegenheit, als die Türe nicht bewacht war.

Sie rannten.

Weniger als 24 Stunden später wurden Tin Nyo Win und seine Frau auf einem Markt vom Schuppen Manager geschnappt. Er sah hilflos zu, wie seine Frau an den Haaren wegzogen wurde, Angst erfüllt um ihr Baby, dass sie, wie sie kurz zuvor erfahren hatten, in sich trug.

Moderne Sklaverei ist oft nur ein Teil des Geschäfts in Thailands Hauptstadt des Seafood Exports. Einige Besitzer von Schuppen glauben, dass sie mit dem Schaffen von Jobs Gutes täten für arme Migranten in Not. Die Polizei wird dafür bezahlt in andere Richtungen zu schauen und Offiziere verstehen oft nicht, dass Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft gegen das Gesetz verstösst.

„Wir müssen diesbezüglich alle erziehen“, sagt Jaruwat Vaisaya, stellvertretender Commissioner der Bangkok Metropolitan Polizei. „Ich glaube nicht, dass sie wissen, dass das, was sie tun, Menschenhandel genannt wird, aber sie müssen wissen, dass es falsch ist.“

Nachrichten kommen nur an die Oberfläche wenn die Arbeiter missbrauchender Schuppen so hoffnungslos sind, dass sie alles riskieren um zu fliehen. Einmal draussen, ohne Papiere, sind sie in gewisser Weise noch verletzlicher. Sie stehen vor einer möglichen Verhaftung, Deportation oder einem Weiterverkauf.

Nach der Flucht aus dem Gig Schuppen war Tin Nyo Win alleine. Er wusste nicht, wo der Schuppen Manager seine Frau hingebracht hatte. Er suchte Hilfe bei einer lokalen Arbeitsrechtsgruppe, welche die Polizei aufforderte Massnahmen zu ergreifen.

Am Abend des 9. Novembers, beinahe zwei Wochen nach seiner Flucht, kehrte in in den Schuppen zurück. Einer dunklen Sonnenbrille auf der Nase, einem Hut auf dem Kopf und einer Maske vor dem Gesicht sollte ihn unerkannt halten. Er brach mit Dutzenden von Offizieren und Soldaten durch das Tor und suchte in den dunklen Vierteln der beiden Etagen des labyrinthartigen Komplexes verzweifelt seine Frau.

Verängstigt drängten sich burmesische Arbeiter auf den schmutzigen Betonboden, Männer von Frauen getrennt. Einige flüsterten: „Das ist Nummer 31, er ist zurück.“ Eine junge Mutter stillte ihr fünf Monate altes Baby, während 17 Kinder in eine Ecke gebracht wurden.

Tin Nyo Wins Frau war nirgends.

Dank Strafverfolgung dauerte es nicht lange, bis sie gefunden wurde. Mi San war in einer nahen Fischfabrik. Nachdem sie vom Schuppen Manager gefasst worden war, brachte er sie zur Polizei. Aber statt sie als Opfer von Menschenhandel zu behandeln, wurde sie zurück zur Arbeit gebracht. Sogar als die Polizei und ihr Ehemann sie aus der zweiten Fabrik heraus brachten, folgte ihnen der thailändische Besitzer und beklagte sich, dass ihm Mi San immer noch $22 für Essen schulde.

Für die thailändische Polizei sah es vor laufenden Kameras aus wie eine Sieg. Aber die Geschichte endet nicht hier.

Niemand des Gig Schuppens wurde für Menschenhandel verhaftet, ein Gesetz, dass selten durchgesetzt wird. Stattdessen wurden Migranten mit Papieren, inklusive sieben Kinder, zurück zur Arbeit gebracht. Zehn Kinder ohne Papiere wurden ihren Eltern weggenommen und in eine Unterkunft gebracht. Sie wurden gezwungen auszuwählen, ob sie für Jahre zu bleiben oder nach Myanmar deportiert werden wollen. 19 andere illegale Arbeiter wurden festgenommen.

Tin Nyo Win und seine Frau stellten bald fest, dass nicht einmal Informanten geschützt sind. Nur vier Tage nachdem sie wiedervereint waren, wurden ihnen ihre Fingerabdrücke abgenommen und beide in eine Gefängniszelle ohne Matratze gesperrt.  Die Kaution wurde auf $4’000 angesetzt und Anklage wegen illegalem Eintritt in Thailand und Arbeit ohne Arbeitsbewilligung erhoben.

Im Schuppen, wo ihr Albtraum begann, bat gerade eine Arbeiter, der telefonisch erreichbar war, um Hilfe während die Lastwagen mit von Sklaven geschälten Shrimps die Halle verliessen.

Epilog

Die Gig Peeling Factory ist jetzt geschlossen, die Arbeiter arbeiten in einem anderen Schuppen, der mit den selben Eigentümern verbunden ist, wie die örtliche Polizei sagt. Einer der Besitzer von Gig war von AP telefonisch erreichbar, lehnt aber eine Stellungnahme ab.

Ein hochrangiger Polizeibeamter aus Bangkok wurde alarmiert wie der Fall behandelt wurde und befahl den lokalen Behörden ihn nochmals auf Menschenhandel zu untersuchen. Tin Nyo Win und seine schwangere Frau wurden nach zehn Tagen aus dem Gefängnis entlassen und können nun in einer Unterkunft der Regierung für Opfer aus Menschenhandel verbleiben.

Chaiyuth Thoma, der Superintendent der Polizei von Samut Sakhon berief eine Sitzung ein um die Menschenhandels Gesetze nahezu 60 Schuppen Inhabern zu erläutern. Einige von ihnen waren verwirrt von den Durchsuchungen, die illegale Migranten hervorbrachten. Später zitierte Chaiyuth einer der Schuppen Besitzer: „Ich verkaufe keine Drogen, weshalb haben sie meine Sachen weggenommen?“

Unterdessen hat die AP Arbeitsrechtsermittler, die eng mit der Polizei zusammen arbeiten, darüber informiert, dass in einem anderen Schuppen Arbeiter sagen gegen ihren Willen festgehalten zu werden. Der Fall wird untersucht.

Quelle: Bangkok Post

Samstag, 12. Dezember 2015

Macht was er sagt

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Der Staatsmann und Präsident des Privy Council Prem Tinsulanonda ist für einen 95-jährigen pensionierten 4-Sterne General geistig und körperlich topfit. In der Tat, je älter er wird, desto aktiver setzt sich der Neunziger gegen Korruption ein. Angesehen als sauber, ehrlich und Royalist wurde der ehemalige Armeechef und Premierminister - wie auch seine von ihm angeführten Kabinette 1980-1988 - kaum mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert.

Pa Prem: immer stärkere Stimme gegen Korruption und Patronage System Thailands.
Seine politischen Gegner, die gegen ihn und seine Regierung einen Misstrauensantrag wegen Bestechung stellten wollten, wurden von den Männern in Uniform daran gehindert. Kurz nachdem er seine Amtsgeschäfte niedergelegt hatte, wurde der frühere Soldat der Kavallerie zum Privy Concillor, später zum Präsidenten des Privy Council gewählt. Bis bis zum heutigen Tag verbleibt er einflussreich unter Top-Militärs und Politikern.  

An Festivitäten zum neuen Jahr, Songkran und seinem Geburtstag öffnet General Prem Baan Si Sao Thewes - die offizielle Residenz des Armeebefehlshabers, die er vor 30 Jahren besetzt hat - für Gratulanten, welche sich hauptsächlich aus Top-Shots von Marine, Luftwaffe und Armee zusammensetzen.

Eingeladen zu den Empfängen sind die „Kinder“ und „Enkel“ von Pa Prem. Ein liebevoller Ausdruck, den er für seinen Untergebenen benutzt. Sie nutzen die Gelegenheit dem leise sprechenden, freundlichen und väterlichen Mann Respekt und Dankbarkeit für seine Segnungen zu erweisen.

Am Vorabend des Internationalen Anti-Korruptionstages letzter Woche rief der 16. Premierminister Thailands die Öffentlichkeit auf sich gegen die „weit verbreitete Krankheit“ Korruption, die alle Ebenen der Gesellschaft durchdringt, zu erheben. 

Er forderte die Gesellschaft dazu auf, die „widerlichen Kreaturen“, welche die Korruption aufrechterhalten, zu beseitigen.

„Wir dürfen nicht zulassen, dass die bösen Jungs weiterhin jeden Tag das Land ausrauben. Wir müssen danach streben diese ekelhaften Kreaturen zu beseitigen“, sagte der silberhaarige General, wie immer in ein helles, farbenfrohes thailändisches Seidenhemd gekleidet.  

General Prem kritisierte auch das Jahrhunderte alte, tief verwurzelte Patronage System Thailands. 

„Es gibt viele Leute, die sagen: Wenn du an der Macht bist, musst du das Patronage System annehmen. Wenn du es nicht machst, wirst du als schlechte Person angesehen, die sich nicht um seine Geschwister und Freunde kümmert. Optimiere deine Macht, wenn du sie hast. Thais können diese Praktiken akzeptieren“, sagte er vor einer grossen Menge Studenten und Beamten.

„Diese Einstellung ist schädlich für unsere Nation. Sie bringt Thailand um enorme Möglichkeiten.“ Um die Pest der Korruption anzugehen schlägt Pa Prem „Zehn Gebote“ für alle Bereiche der Gesellschaft vor.

1. Sei transparent. Verhalte dich selbst als Vorbild für deine Untergebenen. Behalte deine Ethik und Moral.

2. Stoppe das Patronage System und ersetze es mit einer Leistungsgesellschaft. Hilf nicht den Betrügern, egal wer es ist - ob Eltern, Kinder oder Verwandte.

3. Benenne die korrupten Leute und ihre verschwörerischen Verräter. Sei respektlos im Umgang mit ihnen und gib die Freundschaft zu ihnen auf.

4. Verwurzle in jungen Kindern moralische und ethische Grundsätze sowie gesetzestreues Verhalten.

5. Der private Sektor muss einen ehrlichen und sauberen Geschäftsansatz pflegen, der darauf basiert, dass ein Unternehmen auch ohne Betrügereien erfolgreich sein kann.

6. Lass Betrüger nicht ungeschoren davon kommen. Unternahme drastische, rechtliche Schritte gegen sie. Prangere korrupte Einzelpersonen und Unternehmen mit allen Mitteln an.

7. Unterstütze die nationale Anti-Korruptions-Kommission und andere staatliche Anti-Betrugsbehörden im Krieg gegen die Korruption.

8. Organisatorische Chefs müssen mit gutem Beispiel vorangehen, ihre Ämter sauber halten, Gesetze und Vorschriften einhalten und effektive Kontrollsysteme einsetzen.

9. Trichtere das Mantra ein, dass Betrug die Nation beraubt. Mit allen Mitteln der Medien. So, dass jeder weiss, wie stark Korruption das Land beschädigt.

10. Initialisiere drastische, rasche und gesetzestreue Prozesse zur Verfolgung von „Räubern“.

General Prems Bemerkungen treffen den Nagel auf dem Kopf. Aber ist es leichter gesagt als getan im heutigen politischen Kontext? Ist die Regierung transparent in der Art und Weise, wie sie beim Rajabhakti Skandal vorgeht?

Geben die herrschenden Generäle Untergebene auf, die mutmasslich in Korruptionsvorwürfe involviert sind? Wie viele mutmasslich korrupte Offiziere sind auf der Flucht? Werden sie jemals vor Gericht gestellt?

Unternimmt die vom Militär geführte Regierung rasche und drastische Massnahmen gegen Oberste und Generäle denen vorgeworfen wird das Land auszurauben?

Welche Mechanismen stehen Premierminister Prayut Chan-o-cha zur Verfügung seine Minister auf Ehrlichkeit zu prüfen? Wenn einem oder einer Bestechlichkeit vorgeworfen wird, wird der Junta Chef sie an Ort und Stelle feuern oder auf einen „inaktiven Posten“ versetzen?

Auch in Kreisen von Beamten und Angehörigen der Streitkräfte zweifelt man, ob die Auswahl auf Leistungsgesellschaft basiert. Bleibt das Patronage Netzwerk der entscheidende Faktor?

Kein Wunder schiessen sogenannte „Netzwerk-Kurse“ - kurze Programme für Geschäftsinhaber, Firmenbosse und leitende Regierungsangestellte zum Studium und Knüpfen von Kontakten - in allen Bereichen wie Pilze aus dem Boden. Überall, in  militärischen, juristischen, medizinischen Kreisen bis hin zu den Medien. 

General Prayut, als eines von Pa Prems herausragenden Kindern und zur Zeit der mächtigste Mann des Landes, sollte handeln und beweisen, dass ich völlig falsch liege.

Von Nopporn Wong-Annan. Er ist stellvertretender Chefredakteur der Bangkok Post

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Thailands höchster Ermittler gegen Menschenhandel sucht politisches Asyl in Australien

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General Major Paween Pongsirin, Thailands oberster Ermittler gegen Menschenhandel, ersucht in Australien politisches Asyl. Er begründet seinen Schritt damit, dass er um seine Leben fürchtet, weil viele einflussreiche Figuren der thailändischen Regierung, aus Militär und Polizei in den Menschenhandel verwickelt wären und ihn töten wollten.

Generalmajor Paween im Interview mit der australischen ABC.
Paween traf vor einigen Tagen mit einem Touristenvisum in Melbourne ein und berichtete heute der Australian Broadcasting Corporation und dem Guardian von seinen Plänen.

Dass ein respektierter und hochkarätiger Polizeiermittler aus seinem Land flieht und schwere Vorwürfe erhebt ist für Thailand sehr peinlich. 

Menschenrechtsgruppen sagen schon immer, dass das südostasiatische Land seine Augen vor dem Missbrauch der Opfer des Menschenhandels zudrücken und viele Beamte in den Handel involviert sind. Thailands Militärjunta bestreitet die Behauptungen.

Paween sagte, er hoffe darauf, dass ihm Australien Asyl gewähre. 

„Ich arbeitete um Menschen in Not zu helfen. Ich dachte nicht an persönlichen Gewinn, aber jetzt bin ich selbst in Not. Ich glaube, es sollte einen sicheren Ort für mich geben, irgendwo auf dieser Welt, um mir zu helfen.“

Begonnen hatten die Ermittlungen im Mai 2015, als mehr als 30 Gräber in einem verlassenen Flüchtlingscamp nahe der malaysischen Grenze gefunden wurden. Generalmajor Paween hatte seither 153 Haftbefehle ausgesprochen. 91 Personen wurden verhaftet, u.a. der schillernde Drei-Sterne General Manas Kongpan.

Aber im November gab er seinen Posten auf, nachdem er gegen seinen Willen in den von Unruhen geplagten tiefen Süden kommandiert wurde.

Auch die Untersuchungen gegen den Menschenhandel, die er anführte,  wurde eingestellt, obwohl Paween darauf pochte, dass sie noch lange nicht fertig sind. 

Auf die Frage, wer sie einstellen liess, sagte Paween via Dolmetscher: „Einflussreiche Personen sind am Menschenhandel beteiligt. Es gibt einige schlechte Polizisten und einige schlechte Militärs, dies diese Art von Handel betreiben. Leider sind es diese schlechten Polizisten und schlechten Militärs, die die Macht ausüben.“

Paweens Asylantrag wird wahrscheinlich internationale Auswirkungen haben. Thailand hat sich bereits geärgert, dass es Washington in die niedrigste Kategorie der Länder eingestuft hat in ihrer Bereitschaft zur Bekämpfung des Menschenhandels. 

Am Ufer des Yarra Flusses in Melbourne sagt Paween, dass er keine Ahnung habe, wie die thailändische Regierung auf seinen Asylantrag reagieren werde. Er spricht leise und mit wenig Emotionen, sagte aber, dass er zutiefst betrübt sei, sein Land zwangshalber verlassen zu müssen und nicht in der Lage sei, seine Arbeit vorzusetzen.

Er versteht die Ironie, dass auch jemand der versucht Flüchtlingen zu helfen selbst Asylbewerber werden kann. Es sei schwierig gewesen, diejenigen zu verfolgen, die involviert sind, aber er habe seiner Pflicht nachgehen müssen.

„Ich dachte damals nicht an diese Dinge. Jetzt erkenne ich, dass es gefährlich war.“ 

Quelle: The Guardian

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Bangkok muss Wasser sparen

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Die Menschen in und um Bangkok müssen ab sofort bis Ende Mai neue Wege finden Wasser zu sparen. Alle Haushalte wurden aufgefordert mindestens 60 Liter Trinkwasser als Vorrat einzulagern. Gleichzeitig wurden Ratschläge ausgegeben wie Wasser gespart und somit Auswirkungen der Dürre eingeschränkt werden können.

Salzwasserintrusion gefährdet nicht nur die Wasserversorgung Bangkoks. 

Problem Salzwasserintrusion

Wie der Gouverneur der Bangkok Metropolitan Waterworks Authority (MWA) Thanasak Watanathana bekannt gab, steht weniger Süsswasser aus dem Chao Phraya zur Verfügung, weil immer mehr Salzwasser aus dem Golf von Thailand in den Fluss eindringt. 

Wie Grundwasser versalzt. Schema von: hist-chron.com
Menschen aus Bangkok und umliegenden Provinzen, besonders Nonthaburi und Samut Prakan, welche ebenfalls durch die MWA mit Wasser versorgt werden, sollten sich auf mögliche Engpässe in der Wasserversorgung ab jetzt bis Ende Mai nächsten Jahres vorbereiten. Es ist davon auszugehen, dass in dieser Zeit weniger Leitungswasser zur Verfügung steht.

60 Liter Wasser pro Haushalt

Zur Limitierung des Effekts möglicher Wasserknappheit sollte jeder Haushalt Tanks mit mindestens 60 Liter Trinkwasser vorbereiten. Diese Menge sollte eine Familie für ungefähr eine Woche unabhängig von der Trinkwasserversorgung machen. Sie genügt aber nicht für weitere Zwecke wie Duschen, etc.

„Wasservorräte sollten in jedem Haushalt üblich sein um der Dürre in den kommenden Monaten entgegen zu treten“, sagte Gouverneur Thanasak.

Besorgt von der geringeren Menge Wasser zur Leitungswasseraufbereitung reduziert die MWA bereits jetzt jede Nacht von 23 Uhr bis 5 Uhr den Leitungsdruck. Sollte noch mehr Salzwasser den Chao Pharao hoch kommen wird die MWA die Wasserentnahme um 10% senken müssen. Die Kapazität der Leitungswasseraufbereitung wird sich von 5.4 Millionen Kubikmeter täglich um 5 Millionen verringern.

Wasser sparen ein Muss

Thanask führte weiter aus, dass die Wasserknappheit keine ernsthaften Auswirkungen haben werde, wenn alle Betroffenen Massnahmen zur Einsparung von Wasser treffen würden.

Gemäss MWA beträgt der durchschnittliche Verbrauch pro Tag und Person zur Zeit 219.5 Liter, einer leichten Reduktion um 4 Liter gegenüber letztem Jahr. 

Ab diesem Monat wird die MWA jeden Wasserverbraucher mit 100-200 Baht belohnen, welcher während der Wasser-Spar-Kampagne zwischen August und September mehr als 10% weniger Wasser als im Vorjahr vebrauchte.

Insgesamt werden 428’819 Verbraucher Rückerstattungen im Wert von 43.7 Millionen Baht erhalten. Dank der Kampagne konnten 8.96 Millionen Kubikmeter Wasser eingespart werden, knapp die Menge des Bedarfs an zwei Tagen.

Kalifornien als Vorbild 

Jeder, der in Kalifornien aufwächst erhält den sparsamen Umgang mit Wasser schon in jungen Jahren in sein Gedächtnis eingehämmert. Inzwischen konnte der Wasserverbrauch durch noch striktere Massnahmen um 31% gesenkt werden.

Kleine, einprägsame Sprüche helfen entscheiden, wann eine Toilette gespült werden muss:

„If it’s yellow, let it mellow. If it’s brown, flush it down.“

Aber: „Don’t forget a flush a day keeps the stink away“

Quelle: Bangkok Post

Dienstag, 8. Dezember 2015

Rajabhakti Fallout

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In der Verteidigung des skandalumwitterten Rajahbhakti Park spielt die Militärregierung mit seiner eigenen Glaubwürdigkeit, bewusst oder unbewusst. Während sich die Generäle zur Sicherung des Armee Parks ehemaliger Könige eingraben, wird die ihnen zugrunde liegende Haltung immer deutlicher.

Rajabhakti Park bei Hua Hin: die Regierung tut sich schwer mit den Korruptionsvorwürfen.
Stabilität, oder wenigstens Wahrnehmung von Frieden, scheint wichtiger als Korruption zu bekämpfen. Das zeigen die Machthaber mit ihrem Verhalten den Park von öffentlicher Kritik fernzuhalten. Für sie bedeutet Heiligkeit Schweigen, vollständige Abwesenheit von Meinungsverschiedenheiten und Überprüfung.

Diese Einstellung und Taktik mag in der Vergangenheit funktioniert haben. Sicherheit war einer der Gründe, weshalb Premierminister Prayut Chan-o-cha erfolgreich gegen Yingluck Shinawatra putschte. Noch immer verlangt der Premier von jedem sich der freien Äusserung seiner Meinung zu enthalten und Versammlungen zu meiden.

Und die Menschen befolgen es noch immer, wahrscheinlich weil die Erinnerungen an bittere politische Konflikte und tödliche Konfrontationen noch immer in ihren Köpfen geistern.

Seit jedoch Fragen über die angeblich korrupte Finanzierung beim Bau des Rajabhakti Parks unbeantwortet blieben und bisher offenbar keine Versuche unternommen wurden dies zu tun, ist es fraglich, ob dieses Verlangen genügen wird den wachsenden Skandal einzudämmen.

Das Militär sollte wissen, dass ein Putsch gegen eine Regierung, die nicht unter an einer Krise seiner Glaubwürdigkeit leidet unmöglich ist. Ohne den Verkauf der Shin Corp an Temasak Holding, das Vorpreschen mit dem Amnestiegesetzt und die rücksichtslose Verfolgung der finanziell unsoliden Reissubvention, hätten die Regierungen Thaksin und Yingluck nicht Schwächen offenbart, die zu ihrem Untergang führten.

Trotzdem scheint das Militärregime mit ihrer verzweifelten Verteidigung des Rajabhakti Parks ihren Fussstapfen zu folgen. Die gestrige, eintägige Schliessung des Parks, offenbar um den geplanten Besuch einer Studentengruppe zu verhindern, war kleingeistig, weil die Reise der Jugendlichen wahrscheinlich keine wirkliche Bedrohung darstellte.

Sie hatten geplant eine Erklärung über die angebliche Unregelmässigkeiten beim Bau des Parks abzugeben. Ihre Anwesenheit hätte eine kleine Menge zum Druck auf das Regime hinzugefügt, welches sich langsam in Richtung Bewältigung der angeblichen Bestechung bewegt.

In Wirklichkeit hätte der symbolische Besuch als konstruktiver Schritt gesehen werden sollen. Sollten doch beide Seiten, die Regierung wie auch die Studenten das gleiche Ziel haben: dem Skandal auf den Grund gehen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

Die Reaktion des Regimes war übertrieben und rätselhaft. Statt die Studenten vor den Toren des Parks mit der vorübergehenden Schliessung zu stoppen hielten die Behörden den Zug weit vorher an, trennten den Wagen mit den Studenten ab und verhafteten sie.

Der Sprecher des Nationalen Rates für Frieden und Ordnung, Oberst Winthai Suvaree sagte, die Festnahmen seien notwendig gewesen, weil es sonst zu einem Zusammenstoss gekommen wäre zwischen den Aktivisten und Leuten, die gegen die Aktion waren.

Es ist schwierig zu verstehen, wie ein Dutzend Studenten, die eine Erklärung über Kontroversen abgeben Opposition anrühren. Es ist doch folgerichtig für alle, die die ganze Wahrheit hinter dem Rajabhakti Park wissen wollen, besonders wenn die Geschichte bis jetzt voller Lücken und Ungereimtheiten ist.

Das Militärregime unternimmt immer mehr den Park über Überprüfungen zu stellen in dem es Versuche den Skandal zu untersuchen darstellt oder die Vorwürfe in der Öffentlichkeit als Anstiftung zur politische Unruhe geschildert werden. 

Der Anspruch der Junta Frieden und Heiligkeit des Parks aufrecht zu erhalten klingt hohl. Wenn die Öffentlichkeit gezwungen wird still zu sitzen und zu schweigen, sie Korruption vermutet, kann das daraus resultierende Schweigen nicht als friedlich bezeichnet werden.

Stabilität kann nicht in einem Klima von Angst und Zweifel geschaffen werden.

Die Haltung des Regimes im Rajabhakti Park Skandal offenbarte sich in einem Interview des Regierungssprechers Gansern Kaewkamnerd. Anscheinend über den geplanten Besuch der Studenten Aktivisten referierend sagte Generalmajor Gansern, dass diese Leute den Park, der mit Glauben und Loyalität aller Thailänder für die Monarchie gebaut wurde, nicht beschmutzen dürfen.

Was Generalmajor Sansern, wie das Regime als Ganzes, nicht begriffen haben ist, das der Park bereits von Korruptionsvorwürfen verunreinigt worden ist. Es sein denn, die Regierung geht voran und räumt wirklich auf. Es ist ihre eigene Glaubwürdigkeit, die auf dem Spiel steht.

Von Atjia Achakulwisut, Redakteurin der Bangkok Post

Sonntag, 6. Dezember 2015

Ausbau von U-Tapao soll Wirtschaft ankurbeln

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Der U-Tapao International Airport liegt innerhalb des U-Tapao Royal Thai Airfield, an der Grenze der Provinzen Chonburi und Rayong, nahe des schönen Kap Sattahip und rund 140 Kilometer von Bangkok. Der noch kleine regionale Flughafen wird als neues Inlanddrehkreuz und internationales Tor zum nur wenige Kilometer entfernten Pattaya und der 35 Kilometer entfernten Industriestadt Rayong ausgebaut.

U-Tapao: Internationaler Flughafen inmitten einer Luftwaffenbasis. 
U-Tapo hat eine interessante Geschichte. Das Flugfeld wurde ursprünglich von den US-Streitkräften als vorgeschobene Basis für B52 Bomber und Betankungsoperationen gebaut. Flugzeuge von U-Tapo nahmen an der Belagerung von Khe Sanh, der Bombardierung von Kambodscha wie auch Nordvietnam teil und wurde 1971 auch Ziel des Angriffs von feindlichen Aufständischen.

Die Luftwaffenbasis war in den letzten Tagen des Vietnamkrieges Ziel von südvietnamesischen Flugzeugen bei der Evakuierung von Saigon vor der anrückenden nordvietnamesischen Armee.

Mit dem Rückzug des US-Armee nach dem Vietnamkrieg bestand der damalige Premierminister Kukrit Pramoj darauf, dass sämtlich amerikanischen Truppen bis Ende 1975 das Land verlassen mussten. Die Luftwaffenbasis wurde von der Royal Thai Navy übernommen. Seither wurde sie nicht nur für die thailändische Armee, sondern u.a. für Nothilfe und humanitäre Missionen, besonders nach dem Tsunami 2004, für US-Transitflüge und als Ausrüstungsort für US-Truppen im Irak Krieg genutzt.

U-Tapao beherbergt auch das Hauptquartier der jährlichen US-Thai Cobra Manöver. Thai Airways unterhält eine kleinere Technikanlage und in Zusammenarbeit mit der staatlichen Ölgesellschaft PTT die Tankanlagen. 

Verschwörungstheorien sagen, dass U-Tapo eines der US-Geheimzentren nach 9-11 war, in der auch die zwei Al-Kaida Gefangenen Abu Zubayadah und Abdul al-Rahim verhört wurden. 

Seit etlichen Jahren gibt es als Zubringer in nahe Pattaya einen kleinen Terminal für Charter Flüge, hauptsächlich für Touristen aus Russland und China. Der Terminal erlangte 2008 während der Besetzung des Suvarnabhumi Flughafens durch Gelbhemden Beachtung, als er als Ausweichdestination genutzt wurde.

Standort des U-Tapao International Airports.
Zur Zeit befindet sich der internationale Flughafen U-Tapao in einem wichtigen Upgrade. Konteradmiral Waisasep Chantawarin, der Direktor der Marinebasis, erklärte vor kurzen in einem Interview, dass die Royal Thai Navy unter dem Konzept „Ein Flughafen, zwei Missionen“ die operative Verantwortung für Flughafen behalten werde, die Luftverkehrskontrolle und Sicherheitsdienste selbst betreiben werde. Thai International werde die Bodenverkehrsdienste des kommerziellen Bereiches übernehmen.

Der Ausbau umfasst den Bau eines neuen Terminals, der bereits zur Hälfte steht und den Passagier-Durchsatz von derzeit 800’000 auf mehr als drei Millionen pro erhöhen wird. Der weitere Ausbau soll ab 2018-2020 eine Kapazität  von bis 5 Millionen Passagieren pro Jahr ermöglichen.

Damit sollen sowohl Don Mueang, der seit seit seiner Wiedereröffnung 2007 mit 20 Millionen mehr Passagiere als je zuvor abwickelt, als auch Suvarnabhumi Airport, der 52 Millionen Passagiere handelt, entlastet werden.

Die Behörden zielen auf ein Wachstum der Passagierzahlen aus China und Westeuropa. Zusätzlich könnten die möglichen Sicherheitsprobleme in Ägypten und der Türkei für einen Rückgewinn russischer Touristen sorgen.

Kan Air war die erste Fluggesellschaft, die U-Tapo als Drehkreuz bezeichnete. Doch nach Ankündigung eines grossen Inlandflug-Netzwerks stellt sie den Flugbetrieb bald nach Beginn wegen Serviceproblemen an seinen zwei ATR 72-500 Turboprop Flugzeugen ein. Kürzlich hat die Gesellschaft ihren Dienst mit Flügen nach von U-Tapao nach Chiang Mai wieder aufgenommen.

Air Asia hat U-Tapao als seine fünfte asiatische Drehscheibe bezeichnet und bietet aktuell internationale Flüge nach Kuala Lumpur, Singapur und Macau an. Bald sollen auch chinesische Destinationen wie Nanning und Nanchang folgen, allenfalls später auch Städte in Indien. Innerhalb Thailands fliegt Air Asia ab U-Tapao nach Hat Yai, Chiang Mai und Udon Thani. Bald ins Programm kommen sollen Flüge nach Ubon Ratchathani, Khon Kaen und Chiang Mai.

Eine weitere Fluglinie, die ab U-Tapao fliegt ist Bangkok Airways, die Verbindungen nach Phuket und Ko Samui anbietet. 

Während der ursprüngliche Bau und Betrieb der Luftwaffenbasis U-Tapao dem Fischerdorf Pattaya zu seiner Wandlung in eine Touristenmetropole verhalf, wird der Ausbau wieder einen Entwicklungsschub in der Region auslösen.

Mit dem Ausbau der Landstrasse 331 auf vier Fahrspuren und dem Anschluss von Pattaya und den Industriezentrum in Mataphut, in eine paar Jahren zusätzlich mit der neuen Bahnlinie von Nong Kai verbunden, kann von einem massives regionalen Wachstum ausgegangen werden.

Der Flughafen sollte der Entwicklung der chemischen Industrie in Mataphut, der Automobilindustrie in Rayong und den Tourismus sowohl in Pattaya als auch der Küste von Rayong anspornen. Wenn das Air France-KLM-Thai Airways Konsortium mit der geplanten Investition in eine Flugzeugbau Anlage ernst macht, könnte U-Tapao ein sehr wichtiges Zentrum der regionalen Flugzeugwartung werden. Der Flughafen wird auch ein Katalysator der von China initiierten und im Bau befindlichen Rubbercity in Ban Phe bei Rayong werden.

Viele glauben, dass die Region Chonburi/Rayong bis Mitte des nächsten Jahrzehnts voll urbanisiert sein wird.

Es wird interessant zu verfolgen, wie sich die Pläne materialisieren. Sicher wird es Kinderkrankheiten geben als Verkehrsflughafen innerhalb der Grenzen einer thailändischen Luftwaffenbasis. Die Herabstufung in der Bewertung der thailändischen Luftsicherheit kann auch einige Herausforderungen für Wachstum stellen. Wie auch das für die nächsten Jahren prognostizierte schwache wirtschaftliche Umfeld, besonders die schwächelnde Konjunktur in China.

Es ist aber davon auszugehen, dass Chonburi und Rayong im den nächsten zehn Jahren die zwei am schnellsten wachsende Provinzen Thailands sein werden. 


Samstag, 5. Dezember 2015

Über die Liebe für König und Vaterland

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Wenn es um harte, ehrliche Debatten geht, das Aufeinanderprallen von entgegengesetzten Ideen und mitreissende Reden, macht das niemand besser als das britische Unterhaus. Wie letzten Mittwoch, als die Regierung ihrer Majestät darüber zu entscheiden hatte, ob Grossbritannien gegen den abstossenden „Islamischen Staat“ in den Krieg ziehen soll. Mit der Hilfe von 67 Labour-Abgeordneten erreichte Premierminister David Cameron eine klare Mehrheit von 174 Stimmen für den Kriegseinsatz. 

König Bhumpol begeht heute 5. Dezember 2015 seinen 88. Geburtstag. 
Die für mich seit langem eindrucksvollste Rede hielt der Schatten-Aussenminister Hilary Benn. War für eine Freude zu sehen, dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt. In wahrer Bennite-Art, mit eindrucksvoller Prosa, bedeutungsreichen Gesten und leidenschaftlichen Argumenten war er es, der aus der blutarmen Labour Frontbank herausstach. 

Ich empfehle alle Politik Studenten in Thailand diese Debatten zu verfolgen, weil sie zeigen, wie ein Parlament sein soll: Eine Arena für freie Meinungsäusserung und ehrliche Debatten über Themen von nationaler Bedeutung.

Im krassen Gegensatz dazu steht das Thai Parlament. Die Qualität und der Stil unserer Parlamentsdebatten ist nicht weniger als eine nationale Peinlichkeit. Daran ist für einmal nicht nur die Junta schuld, weil es schon seit Jahrzehnten so ist.

Sicher, die Art und Weise wie wir die Geschäfte im Parlament betreiben muss auch ein Teil der Reformagenda sein, weil der Zirkus ohne einfach so weitergeht. Aber was definitiv ein Fehler der Junta ist, ist der Umstand, dass sie die Dinge noch schlimmer macht. Die Junta ist die Heilungsmethode, die weit schlimmer als die Krankheit selbst ist.

Langsam aber sicher entlarvt sich der Mythos, dass eine untadelige und nicht gewählte Militärdiktatur, niemanden gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet, das Land von der Geissel der Korruption befreien kann und es kommt zur Vorschein, was sie wirklich ist: ein Irrtum. 

Der Skandal um den Rajabhakti Park erhält ein Eigenleben. Der einzige Grund, weshalb die Gegner der Junta sich die Gelegenheit für wilde Aufregung nicht haben nehmen lassen: sie haben Blut gerochen.

Im Rajabhakti Park Fiasko kann die GAS-Strategie (Gib anderen Schuld) der Junta einfach nicht funktionieren, weil es die Armee selbst war, die das Alleineigentum an diesem Projekt hatte. Der ehemalige Armeechef und stellvertretende Verteidigungsminister General Udomdej Sitabutr findet sich als Chef, der für das Projekt verantwortlich war, in einer äusserst prekären Lage wieder.

Er hat zwei Optionen. Sich weigern zurück zu treten und als wahrer Heuchler ersten Ranges angeklagt zu bleiben oder zurück treten und zugeben, dass auch durch die Armee initiierte und gesteuerte Projekt wie Rajabhakti nicht immun gegen den unerbittlichen Fluch der Korruption sind.

Als Nation sollte Thailand es unterlassen die GAS-Strategie anzuwenden. Den „bösen“ amerikanischen Botschafter zu beschuldigen, weil er es gewagt hat sich für mehr Meinungsfreiheit in Thailand auszusprechen und eine „Fatwa“ gegen ihn auszusprechen wird kein einziges Problem lösen.

Ich habe Glen Davies, den US-Botschafter getroffen und, wie auch ich, sieht er unsere Monarchie als Institution, die sowohl geliebt als auch in die thailändischen Kultur und Gesellschaft eingebettet ist. Wogegen sich der Botschafter ausdrückt, sind die kontraproduktiven, drakonischen Massnahmen zu deren Schutz.

Ich sagte es zuvor und ich sage es wieder. Die Amerikaner sind selbst nicht frei von Heuchelei. Ironischerweise war es die US-Politik zur „Eindämmung“ des Kommunismus und ihre Domino-Theorie während des kalten Krieges, die in der Vergangenheit zur Unterstützung der thailändischen Militärdiktaturen führte. Ein schreckliches Erbe mit dem wir noch heute leben müssen.

Es gibt viele Formen von Liebe. Die strittige, die sagt, ich liebe mein Land und seine Institutionen und wenn nicht, bist du eine undankbare, kleine Kröte. Die verweichlichte und erstickende Art von Liebe, die sagt, Thailand könne, aus Angst vor einem Zusammenbruch unter der Last der Realität, keiner wie auch immer lautenden Kritik ausgesetzt werden. Auch die Flaggen schwenkende, sich auf die Brust schlagende Liebe ist die falsche Art von Liebe. 

Die richtige Art von Liebe für König und Vaterland ist meiner Meinung nach sehr ähnlich der einer gesunden Beziehung eines Paares oder Eltern und ihren Kindern. Die Art von Liebe, die befreit, Fehler erlaubt und Verbesserungen möglich macht. Eine Liebe, die lange blüht, sicher und zuversichtlich, die ohne ständige, belanglose Zusicherungen auskommt. Aber vor allem eine Liebe, die sich veränderten Realitäten anpasst und die auch noch in ferner Zukunft gedeiht.

Der heutige Tag, der 5. Dezember, ist von grosser Wichtigkeit für alle Thais. Es ist der Geburtstag seiner Majestät des Königs. Niemand, nicht einmal ein Ultra-Royalist, hat ein Monopol darauf, wie Liebe zum König und zur Nation ausgedrückt wird.

Ich drücke meine Dankbarkeit und Loyalität in meiner eigenen kleinen persönlichen Art und Weise aus als Stimme für eine freie, faire und gerechte Gesellschaft, in der alte Institutionen in Harmonie mit einer demokratischeren und leistungsorientierten Ordnung leben können.

Lange lebe seine Majestät der König.

Von Songkran Grachangnetara in der Bangkok Post. Er ist Unternehmer und hat an der London School of Econmics und der Columbia Universität studiert.

Samstag, 7. November 2015

5 Länder Asiens verursachen grössten Teil des Plastikmülls in den Ozeanen

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Im Pazifik, etwa auf halbem Weg zwischen der Westküste von Nordamerika und Asien, schwimmt eine Insel aus Kunststoffabfällen, die etwas doppelt so gross ist wie der US-Bundesstaat Texas. Die als Great Pacific Garbage Patch bekannte Müllinsel entsteht durch den Coriolis Effekt, einem Phänomen, dass in einem riesigen Wirbel von Meeresströmungen sicht- wie auch unsichtbaren Müll zusammenträgt. Sie ist ein von fünf grossen Müllinseln in den Weltmeeren.

Plastikabfälle: Ein Meer von Müll im Meer. 
Etwas 80% des Kunststoffs im Meer kommt über Flüsse und Wind vom Land, der Rest stammt von Schiffen und Bohrinseln. Einmal im Wasser, geht der Rest, der nicht wieder an einen Strand angeschwemmt wird oder in Mägen von Tieren wie Meeresschildkröten und Seevögeln endet, schliesslich unter. 

Aber Kunststoff ist nicht biologisch abbaubar. Stattdessen verwandelt er sich mikroskopisch kleine Partikel, die oft von Fischen gefressen werden, weil sie sie für Plankton halten. Zooplankton und Phytoplankton sind ein wichtiger Teil der Lebensmittelkette, die letztlich in der menschlichen Ernährung enden kann - was Fische fressen, essen schliesslich Menschen. Das bedeutet, dass wir nicht nur die Chemikalien, die im Kunststoff enthalten sind, essen, sondern auch die Schadstoffe in den Ozeanen, die den Kunststoff absorbieren.

Acht Millionen Tonnen Kunststoff jährlich - und es werden immer mehr

Während die Auswirkungen von Kunststoffabfällen in unseren Ozeanen in den letzten Jahren untersucht wurde, fehlten bisher Angaben über die Gesamtmenge, die vom Land stammt. Neue Forschungen geben ein klareres Bild ab.

müll insel im pazifik
Die grosse Müllinsel im Pazifik - woher der Müll kommt und wie sie entsteht. 
Kürzlich veröffentlichte das Magazin Science den Artikel „Kunststoffabfälle vom Land ins Meer“:

Durch die Verknüpfung von weltweiten Daten über feste Abfälle, Bevölkerungsdichte und Wirtschaftsleistung schätzen wir die Menge landbasierter Kunststoffabfälle in den Weltmeeren. Wir gehen davon aus, dass 2010 in 192 Küstenländern 275 Millionen Tonnen (MT) von Kunststoffabfällen entstanden. Davon kamen 4.8 bis 12.7 Millionen Tonnen in die Ozeane.

Der grösste Teil des Plastik und Kunststoff in unseren Meeren stammt aus China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand

Von den rund 8 Millionen Tonnen Plastik, die täglich die Ozeane erreichen, kommt der grösste Anteil aus fünf asiatischen Ländern, die alle auf ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum zurück blicken können. Aber alle haben Infrastrukturen, die darum kämpfen mit dem Tempo der Entwicklung mithalten zu können.

Die Hauptverursacher von Kunststoffabfällen in den Weltmeeren. 
Ein aktueller Bericht von der NGO Ocean Conservancy aus Washington DC erläutert die Quellen der Kunststoffabfälle in unseren Ozeanen:

„Während alle Länder mit Küstenzugang zum Plastik-Problem beitragen, kommt mehr als die Hälfte aus fünf sich schnell entwickelnden Ländern, wo Produktion und Verbrauch von Kunststoff die Kapazität der Abfallverarbeitung übertrifft. China, Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Thailand, in dieser Reihenfolge.“

Alle fünf asiatischen Länder industrialisieren sich immer mehr und die Urbanisierung geht rasch voran. Das bedeutet, wenn es so weiter geht, dass sich die Menge an Kunststoffabfällen in den Ozeanen weiterhin stark zunimmt.

Doch es gibt Hoffnung. Der Ocean Conservancy Bericht beschreibt mehrere Massnahmen, wie das Abfallmanagement in diesen Länder verbessert und gleichzeitig Kunststoffabfälle wie auch der Teil davon, der in die Meere gelangt, vermindert werden können. Es wird geschätzt, dass die Umsetzung in diesen fünf Ländern 65% weniger Kunststoffmüll bedeuten würde, gleichzeitig würde die weltweite Menge an Plastik, die in die Meere gelangt, um 45% reduziert.

Helfen auch Sie mit, nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub in Thailand:

  • Nehmen Sie zum Einkaufen immer eine Tasche mit, auf dem Markt wie im 7-Eleven
  • Werfen Sie nichts auf die Strasse oder den Busch gleich nebenan, auch keine Zigarettenkippen
  • Spenden Sie ein paar Stunden Zeit und helfen Organisationen wie Trash Hero Strände zu reinigen

Quelle: Asian Correspondent

Freitag, 6. November 2015

Englisch auf verlorenem Posten

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Thailand fiel vom 62. auf den 70. Rang aller Nationen in Englischkenntnissen und ist nun das am 3. schlechtesten Englisch sprechende Land Asiens im jährlichen Eduction First English Proficiency Index. Sogar Länder wie Vietnam und Indien konnten sich verbessern, während Thailand in der Rangliste zurückfiel. Nur noch in der Mongolei und in Kambodscha wird schlechter Englisch gesprochen.

Thailands Englischkenntnisse im asiatischen Vergleich.
Weltweit gesehen liegt Thailand neben den genannten zwei Ländern nur noch vor Katar, Kuwait, Irak, Algerien, Saudi Arabien und Libyen. „Thailands Englischkenntnisse bleiben trotz der grossen Tourismusindustrie tief“, steht im Report von Education First, kurz EF, einer internationalen Bildungsunternehmen, das auf Sprachkurse, Bildungsreisen, akademische Studiengänge und kulturellen Austausch spezialisiert ist.

„Thailands Schulsystem schneidet bei internationalen Bewertungen in allen Fachbereichen schwach ab. Die durchschnittliche Anzahl absolvierter Schuljahre liegt tiefer als im regionalen Durchschnitt. Das bedeutet, das die erwachsenen Thais weniger gebildet als viele andere Asiaten sind.“

EF merkt an, dass die Thais noch immer schwache Englischkenntnisse aufweisen, obwohl das Land mit 31.3% seines Budgets für Bildung - den höchsten Anteil aller 70 geprüften Länder - ausgibt.

„Ein tiefes Bruttonationaleinkommen pro Kopf hat zur Folge, dass, obwohl die Elite in Privatschulen und English Unterricht investiert, diese Optionen für viele nicht zur Verfügung stehen.“ Für Thailand gibt EF $13'430 an, in Kambodscha liegt es bei $2'890.  

Die derzeitige Regierung hat jetzt den Auftrag gegeben, dass die Schulen ihren Englischunterricht zur landesweiten Standardisierung dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen anpassen. Als „bescheidenes“ Ziel für Abiturienten wurde Sprachniveau B1 gesetzt.

Die Englisch Rangliste wurden dieses Jahr zum fünften Mal veröffentlicht. An den Online-Tests, aus denen die aktuellen Rangliste ermittelt wurde, hatten 2014 weltweit 910’000 Erwachsene teilgenommen.

„Nur noch wenige Länder zweifeln die Notwendigkeit von Englisch Unterricht an. Stattdessen wird darüber diskutiert, welchen Dialekt öffentliche Schulen lehren, wie der Unterricht bewerten werden soll und wie viele Lektionen notwendig sind. In Entwicklungsländern ist Englisch oft ein Entwicklungsziel, der mit dem Ausbau des Dienstleistungssektors und der Verbindung mit dem Rest der Welt verbunden ist.

Wie überall auf der Welt sprechen auch in Thailand Frauen besser Englisch als Männer. 

Frisch von der Schule und wenig gelernt: 20-Jährige Thais sprechen schlecht Englisch. 
Der Niedergang des Landes in seinen Englischkenntnissen kann in Vergleich der Altersgruppen festgestellt werden. Junge Erwachsene von 18-25 weisen schlechtere Kenntnisse als die Altersgruppen von 26-40 aus. Global ist es jedoch genau umgekehrt. 

Übrigens: Österreich liegt als bestes deutschsprachiges Land an 10. Stelle. Deutschland belegte den 11. und die Schweiz an 19. Rang. Nummer 1 ist Schweden, gefolgt von den Niederlanden und Dänemark.

Quelle: Bangkok Post